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Von Team,

Passt eine Vorstellung in dieses Teil des Forums? Ich versuche es einmal.

Nachdem ich hierher mehr aus Zufall gefunden habe – ich war auf das Stichwort „Schreibstrafen“ gestoßen - war ich neugierig.

Also etwas zu meinen „Straferfahrungen“. Um es gleich vorweg zu nehmen, meine Strafphantasien gehen mehr oder weniger heftig über die Erfahrungen hinaus.

Zu Hause wurde ich, wie ich glaube, eher selten bestraft. Ab und an setzte es mal eine Ohrfeige. Die „Tracht, dass Du nicht mehr stehen oder sitzen kannst“ wurde zwar gelegentlich angedroht, aber nie vollzogen. Kochlöffel oder Schuhanzieher kamen sehr selten und nur mit wenigen Hieben zum Einsatz. Der Teppichklopfer genügte meist schon als Ankündigung. Spätestens, wenn er tatsächlich einmal geholt wurde, war ich ab sofort brav oder heulte Rotz und Wasser, ohne dass auch nur ein Schlag ausgeführt wurde.

Die anderen damals typischen Strafen, wie In-der-Ecke-Stehen, habe ich natürlich erlebt. Besonders peinlich, wenn man sich in Anwesenheit von Besuch daneben benommen hatte. Oder aber wusste, dass Besuch im Anmarsch war: In der Ecke stehend befürchten, dass man immer noch dort stehen muß, wenn der Besuch ankommt und dann das unvermeidliche „Nun sag mal, warum Du hier stehen musst!“. Spätestens wenn der Besuch klingelte wurde es einem heiß und der Kopf ganz sicher hochrot. Peinliche Strafen empfand ich als besonders … (nunja, mir fällt jett nicht das pasende Wort ein).

Sofort Ins-Bett-Müssen oder Stubenarrest kamen selbstredend auch manchmal vor.

In der Schule gab es natürlich keine „Strafen“, sondern Erziehungsmaßnahmen. Mehrfaches Korrekturschreiben nach einem Diktat. Schönschrift üben (da konnte ich die Sätze noch so oft schreiben …). Zu den Peinlichkeiten gehörte, seine Missetaten selbst im Muttiheft einschreiben zu müssen. Und natürlich zu Hause unterschreiben zu lassen. Sportsachen hat man kaum ein zweites mal vergessen. Peinliche Strafen empfand ich als besonders … ach, das hatte ich ja schon geschrieben.

Weil ich etwas schwächlich war, musste ich ein Heim zum Aufpäppeln. Und das in den Sommerferien! Lauter Kinder zwischen 6 und 16, ich in der mittleren Gruppe. Dort herrschten klare Regeln: Aufessen! Mittagsschlaf! frühe Nachtruhe! Dabei Sprechverbot und still liegen. Und die Erziehungskräfte setzten das die ganzen Wochen ziemlich konsequent durch

Strafen waren unter Freunden oder Klassenkameraden kaum ein Thema. Wohl weil es peinlich war, zuzugeben, dass man bestraft wurde. Von einem Mitschüler wusste ich, dass er recht regelmäßig mit dem Gürtel bekam. Eine Freundin, selbst als sie bereits in der Ausbildung war, bekam immer noch Rohrstock. Aber das war nicht der Anlaß, aus welchem sie es erwähnte. Sondern dass ihre nur wenig jüngere Schwester nie bestraft wurde, egal was die anstellte. So kam es raus.

In meinem Kopf kreiste (natürlich?) immer der Gedanke, die eine oder andere Strafe in voller Konsequenz mal selbst zu erleben. Naja, eigentlich nicht nur die eine oder andere Strafe, sondern so ziemlich jede.

Im Theater sah ich dann „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind. Danach besorgte ich mir so schnell wie möglich das Buch. Wer die Geschichte nicht kennt: Wendla, eine der Protagonistinnen, hat eine Freundin. Martha, welche ihr unter anderem erzählt, dass sie öfters von ihren Eltern geschlagen wird, machmal auch in einen Sack gesteckt im Kolekeller verbringen muß. Wendla überkommt die Neugierde. Im Wald bittet sie Melchior, sie zu schlagen, weil sie dies nur vom Erzählen her kenne und es selbst erleben will. Das Buch enthält natürlich noch anderes.

Da fand ich einige meiner Gedanken plötzlich wieder, im städtischen Theater, in der städtischen Bücherei!

Ich hatte schon vorher Lust, die Konsequenzen zu spüren, aber immer davor zurückgeschreckt. Und bedauerte, die wenigen tatsächlichen Möglichkeiten, Strafe zu erleben, nicht genutzt zu haben. :Feigling:

Dabei gibt es theoretisch so viele Strafarten, welche zumindest meine Phantasie beflügelten und das oft weiter tun. Angefangen von den „Aua-Strafen“ mit den verschiedenen dafür vorgesehenen oder zweckentfremdeten Gerätschaften. Die „Beschränkungsstrafen“ (Mittagsschlaf machen zu müssen, das wäre heute eher Wellness). Die „Unangenehmstrafen“, also etwas tun zu müssen, was man nicht so mag, wie Haferbreidiät oder hier gerade diskutierte kratzige und zu warme Kleidung oder Schreibstrafen. Auch Hausarbeit / Putzen würde ich unbedingt dazu zählen. Gehören auch Strafstehen oder Strafknien dazu? Die ganzen mittelalterlichen Strafen (es müssen nun nicht glühende Eisen o.ä. sein), die mich schon immer auf Burgen und Museen fasziniert und magisch angezogen haben und das auch heute noch tun. Oh, wie gern würde ich mich da für das reizende Burgfräulein opfern und an ihrer Stelle angekettet oder mit dem Pranger bestraft werden. Und die Aufzählung ist keinesfalls vollständig.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte? Ein Holo-Deck, so wie bei Startreck. Und da all die Dinge erleben, die ich nicht erleben konnte, natürlich im passend erzeugten Umfeld. Und die Sicherheitsprotokolle, wenn nicht ausgeschalten, dann wenigstens eingeschränkt. Nicht, dass ich selbst dann wieder kneife, bevor der „Spaß“ am größten wird.

Vielleicht könnt Ihr Euch da rein denken.
bernd

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