Von Hausmädchen,

Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich? Beitrag soll Sie, die Sie möglicherweise unter 50 Jahre alt sind und keine Zeiten mehr gekannt haben, in denen körperlich gezüchtigt wurde, mit den Realitäten bekannt machen, bevor Sie darüber schreiben.

In den Zeiten, als noch die Mehrzahl der Knaben und eine beachtliche Anzahl von Mädchen geschlagen wurden, sehen viele Psychologen die Ursache für spätere psychische Schäden. Und neben jenen, die angesichts der Schläge zu Spießern und Frömmlern geworden sind, stehen jene, die an ihnen verzweifelt sind – sie sind eigentlich gemeint, wenn freudsche Analytiker sich an dieses Thema heranmachen. Nur eine kleine Gruppe, so flüsterte man sich damals wie heute zu, hätten sinnliche Lüste bei Schlägen empfunden. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass dies nur jene jungen Frauen und Männer betrifft, die recht spät (noch mit über 14) und vom anderen Geschlecht geschlagen wurden: Gouvernanten, Tanten und Stiefmüttern, aber auch Mütter und Großmüttern.

Historische öffentlich Züchtigung der schönen Mme. Lapuchin
Uns Heutigen erscheint nahezu alles, was darüber zu lesen ist, reichlich absurd. Und doch ahnen wir, dass jener Rest, der die körperliche Züchtigung noch als fast Erwachsener erlebte, sich noch an die Strafen erinnert. Und von ihnen wird sich ein Teil die wundersamen „gemischten Gefühle“ zwischen abgrundtiefem Hass und sinnlichem Schmerz erinnern. Allerdings wurden damals nicht nur „Halbwüchsige“ geschlagen, sondern vor allem Bedienstete, solange dies noch rechtlich zulässig war.Manche Schilderungen, besonders jene aus frühen englischen Quellen, haben durchaus auch jüngere Menschen begeistert, die sehr bewusst erproben wollten, wie es sich anfühlt, von einem liebenden oder jedenfalls liebevoll agierenden Menschen gezüchtigt zu werden.




Was war der Anlass?

Der Anlass war in früheren Zeiten in erster Linie eine „Ungehörigkeit“, also ein Verhalten, das von Eltern oder Erziehern nicht gebilligt wurde. Knaben jeden Alters wurden für alles gezüchtigt, was den Eltern nicht „in den Kram“ passte. Frauen im sogenannten „Backfischalter“, die erotische Fantasien hatten oder bereits „kurz vor dem moralischen Abgleiten“ waren, wurden unter Schamverletzungen gezüchtigt – dies galt als ganz normal und war teils Bestandteil der Züchtigungsprozedur. Erwachsene wurden in bürgerlichen Haushalten nur selten gezüchtigt – es sei denn, es handelte sich um Dienstmägde.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

In Haushalten und Institutionen, in denen die Züchtigung ein Teil des alltäglichen Lebens war, wurden zunächst Ruten, dann die robusteren und leichter zu beschaffenden Rohrstöcke eingesetzt. Allerdings setzten nicht alle Eltern und Erzieher auf ein „spezielles Instrument“. Man weiß, dass der Teppichklopfer („Ausklopfer“) noch lange im Einsatz auf den Hintern von Knaben, Mädchen und Dienstpersonal war, weil dieser immer und überall zur Verfügung stand. Auch polierte Kleiderbügel, hölzerne Kochlöffel, Pantoffel und die Rückseite der breiten Haarbürste waren beliebt, was schon zeigt, dass diese Züchtigungen überwiegend von Frauen vorgenommen wurden. Peitschen besaßen überwiegend Adlige, und sie trafen nahezu ausschließlich das Personal, während der Hosengürtel vom bürgerlichen Hausherrn appliziert wurde – er war sozusagen der brutale Ersatz für den Rohrstock.


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Wie wurde gezüchtigt?

Der Po musste präsentiert werden. Wie gezüchtigt wurde, war sehr von der Zeit, der Lebensumgebung und der Stellung der Person,
aber auch von Alter und Geschlecht abhängig.


Im Hause war es üblich, jemanden „übers Knie zu legen“, und dabei wurden zumeist Handschläge verabreicht. Diese Form der Züchtigung erlaubte die größtmögliche Intimität, weil dabei ein besonders intensiver Körperkontakt bestand – allerdings waren die Schläge für den Schlagenden oft schmerzhafter als für den Geschlagenen. Aus diesem Grund wurden dabei auch allerlei kurze, leicht zu handhabende Schlegel eingesetzt. Ansonsten ging es stets um die „Präsentation“ dessen, was als „Erziehungsfläche“ galt: um den Po. Er musste meist irgendwie „herausgestreckt“ werden, in England beispielsweise dadurch, dass die jungen Frauen beim „Überbeugen“ mit den Händen ihre Fußspitzen berühren mussten. Wer einen passenden Bock oder eine hohe Sofalehne sein Eigen nannte, konnte die zu züchtigende Person veranlassen, sich über den Bock oder die Lehne zu legen. Dies erlaubt sehr lange, intensive Züchtigungen.


Wie war es mit der Nacktheit beim Züchtigen?
Traditionell auch auf den nackten Rücken
Das Thema interessiert offenbar am meisten, weil viele Menschen „Erotik“ und „Nacktheit“ gleichsetzen. Im Allgemeinen mussten sich die zu strafenden Personen so weit entkleiden, dass die Fläche, auf die geschlagen wurde, von Textilien frei war.


Mancherorts war dies der Rücken, doch sehr viel häufiger wurde auf das nackte Gesäß geschlagen. Als man begann, über Schamgrenzen nachzudenken, etwa im viktorianischen Zeitalter, durfte das Gesäß aus Gründen der Schamhaftigkeit nicht mehr entblößt werden – inwieweit sich Privatpersonen daran hielten, ist zweifelhaft. Seither wurden Frauen und Mädchen bei hochgeschlagenem Rock und Männer und Knaben mit heruntergelassenen Hosen gezüchtigt. Der Po wurde dann noch durch das Hemd oder später die Unterhose verdeckt.


Aus der Zeit, in der die Unterhosen („Schlüpfer) populär wurden, stammt auch der Ausdruck „die Hosen strammziehen“. Der Grund war einfach: eine faltige Unterhose milderte die Schläge, erst auf einer einer „stramm gezogenen“ Hose entfaltet sich die ganze Wucht der Schläge.



Welche Rituale gab es?

Eckenstehen (Cornertime)

bei Züchtigung dienten überwiegend der Beschämung. Die Anwesenheit von anderen Personen (Schüler, Zöglinge, Gesinde, Verwandte) war eines dieser Mittel. Weitere Rituale bestanden in einer vorausgehenden Belehrung und der Verkündigung des Strafmaßes. Das rituelle Entkleiden (gelegentlich bis zur völligen Nacktheit) kam deutlich seltener vor, ist aber ein beliebtes Thema in der erotischen Literatur. Darauf folgten die „Unterwerfung“, also die Annahme der Strafe und das Aufsuchen der Strafposition. Gelegentlich wurde auch gefordert, dass der zu Strafende das „betreffende Instrument“ selber holte. War die Anzahl und Art der Schläge nicht bekannt, so wurde meist so lange geschlagen, bis „Tränen der Reue“ hervortaten. Überhaupt galt das Weinen ohne Hass und ohne Protest aus der Sicht der „Erzieher“ als Erfolg der Züchtigung.


War die Strafe vollzogen, wurde häufig noch eine weitere Erniedrigung angehängt: Man versagte der Person, sich anzuziehen, sondern befahl ihr, noch „in der Ecke zu stehen“ oder in einer Ecke zu knien.
Warum sind Strafen manchmal erotisch?
Diese Frage, warum Strafen erotisch sein
können, wird immer wieder gestellt.
Man kann Antworten darauf finden –
aber diese Antworten sollten sie sich
von Ihren Figuren geben lassen,
während sie schreiben.


Versetzen Sie sich in die Lage jeder
der Beteiligten: Strafende, Bestrafte
und Zuschauer. Was sehen Sie?
Malen Sie sich alle Empfindungen
aus, die im Umfeld entstehen könnten,
und versuchen Sie, einen Teil davon
in Ihren texten lebendig werden zu lassen.




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