Von Team,

idealisierte darstellung der unterwerfung eines gentlemans
Die „englische Erziehung“ und die Weiberherrschaft.

Geschrieben von Gebhard Roese.
Nicht nur das „übers Knie“ legen, sondern auch die „englische Erziehung“ bewegt derzeit wieder einmal die Wellen des Internets, wie ich aus verschiedenen Anfragen entnehmen konnte. Wer nicht nur nach „Geschichten über englische Erziehung“ sucht, sondern wissen will, was "englische Erziehung", wird in unserem Lexikon fündig. Zwar handelt es sich eher um ein weltweites als um ein englisches Phänomen, und es hat nichts mit Erziehung im pädagogischen Sinne zu tun, aber es ist nun einmal zu einem fest gefügten Begriff der deutschen Sprache geworden.


Was ist denn nun die „englische Erziehung“? Sie finden den Begriff auch in unserem Lexikon für Anzeigenbegriffe erklärt, aber lassen Sie mich noch ein paar Worte darüber verlieren, die auch dort nicht stehen.


Das sexuelle Vergnügen bei der Flagellation der damaligen Zeit war noch eng mit der Schmerzlust gekoppelt. Die englischen Gentlemen, die sich damals kunstvoll den Hintern behandeln ließen, wurden nicht selten zugleich mit Fellatio versorgt, was deutlich macht, warum die Sache als so wild erotisch und verrucht dargestellt wurde. Entsprechend sprach man auch nicht von Flagellationsstudios, sondern von Flagellationsbordellen – denn das ist genau das, was sie waren. Um gleichzeitig die Hintern der Herren mit der Rute zu bedienen und die gegenseitige Körperhälfte von der „Frictrix“ bedienen lassen zu können wurden sogar spezielle Möbel unterschiedlicher Art ersonnen, von denn das berühmteste allerdings verloren gegangen ist, das „Berkley Horse“.


Eine der Besonderheiten „englischer Erziehung“ ist auch die Bestrafung von Gentlemen in den Unterkleidern einer Lady. Zur Literatur über die lustvolle Flagellation gehörte fast immer auch ein Abschnitt darüber, dass sich Herren in Frauenkleidung schlagen ließen – und nicht nur dies. Auch die anale Penetration gehörte zu den Sehnsüchten, die die Gentlemen mal lieber, mal weniger gerne über sich ergehen ließen, wenn sie sie eine Erziehung „unter dem Rock“ genossen. Die Moral war einfach: Wenn die Herren sich schon anmaßten, etwas in die Damen „hineinzustecken“, dann sollten sie gefälligst auch bereit sein, dieses Gefühl einmal selber zu erleben.


Die interessanteste, novellenartig und dabei hochgradig erotische Schilderung der „Erziehung“ eines jungen Gentlemans nach englischer Art heißt „Gynecocracy“ („Weiberherrschaft“) eines anonymen Autors, der unter dem Namen „Viscount Ladywood“ schrieb. Es ist in Deutschland antiquarisch oder aktuell als „Die Herrschaft der Frauen“ unter dem Autorennamen „Julian Robinson“ erschienen. Eine Neuauflage erschien jetzt wieder unter einem anderen Titel: "Unterm Pantoffel" heißt das Werk jetzt beim "Marterpfahl Verlag" - mit einem schrecklichen Titelbild, das ich Ihnen lieber vorenthalte.


Wirkliche authentische erotische Novellen aus englischen Flagellationsbordellen existieren nach meinem Wissensstand nicht, jedoch soll es gelegentlich im Internet eineiige nachempfundene Erzählungen geben.

Bilder
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  • Nylo -

    Dieses Buch war als Jugendlicher meine Bibel, diesen Titel hat der Playboy als Taschenbuch veröffentlicht.
    alexanderkutsche.de/heyne/AndPlay/DieHerrschaftDerFr.html
    Man konnte es in jeder Bahnhofsbuchhandlung kaufen, sowie auch ich ;)
    Daher kommt auch mein Titel meines Tumbrl Blogs " Respekt vorm Rock"
    Ein tolles Buch !!!!!

  • Male70 -

    Da habe ich was neues gelernt: Frictrix.
    So eine wäre einmal nett bei einem Spanking dabei zu haben. :D

  • MACHEAUA007 -

    Hallo und 1000 Dank. Und jetzt bin ich Platt wie ne Flunder. Was hier zu Lesen ist ist in Absoluter Hammer. Leider Reicht da eine Stunde nicht. Aber ich werde mich noch Ausführlich damit Befassen. Habe nur eben mal auf, was ist englische Erziehung geklickt und das Gelesen. Sehr Interessant. Dann wollte ich noch... . Un noch... und noch.. .
    Mit Lesen wird man da ja nie Fertig. Danke dem Team für diese Arbeit. Es macht echt nicht nur Spass hier zu sein. Es macht auch Sinn.

    • Tanja -

      Solltest Du den Ursprungslink meinen dann ist das nicht unsere Arbeit;-)

      Das Lexikon der Lust zu dem der Link "Englische Erziehung" führt ist jedoch auf alle Fälle interessant.

    • MACHEAUA007 -

      Den Link Meine ich schon. Die Arbeit aber ist doch das alles zusammen Tragen und dann hier ein zu Stellen. Eben auch Arbeit und das nicht zu knapp.