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Von Team,

Liebe pur schrieb:

Fantasie oder Realität: Wer will die Rute?

Ehe ich mich schlagen lasse – sollte ich wissen, ob SM-Spiele gefährlich sind. Die Frage müsset eigentlich lauten: Sind sie für MICH gefährlich, denn jeder Mensch hat unterschiedliche psychische und physische Grenzen – den Unsicherheiten im Umgang mit anderen einmal ganz abgesehen. Wer nach „den Risiken“ fragt, bekommt zumeist fragwürdige Antworten – man sollte nach „seinen Risiken“ fragen. Immer empfehlenswert, bevor man gewagte körperliche Experimente eingeht: Einen Mediziner fragen. Bevor man sich psychisch an große Belastungen wagt: Erst einmal alles „eine Nummer kleiner“ probieren. Wir beginnen hiermit der Frage: Wie viele Anhänger hat das Gebiet, das sich „SM“ oder „BDSM“ nennt, volkstümlich auch „Sadomaso“ genant, eigentlich?


Von Grund auf wenig „harte Anhänger“ – viele Neugierige
Wie viele Anhänger hat SM in Zahlen?
Nur rund zwei Prozent der Männer und etwa 1,3 Prozent der Frauen sind bekennende SM-Anhänger. Das sagt allerdings gar nichts aus, weil man heute nicht mehr unbedingt der BDSM-Community angehören muss, um „hart“ zu spielen.
… aber viele Menschen, die SM gerne praktizieren und erproben
In mehrere Umfragen bekannten sich zahllose Frauen und Männer dazu, von SM zu träumen oder in Betracht zu ziehen, es in ihr Liebespiel einzubinden. Insofern sind Statistiken über den Anteil von SM-Anhängern in der Bevölkerung höchst unzuverlässig.
Ist SM eine Veranlagung wie etwa Homosexualität?
Keine Veranlagung, nicht einmal bei SM-Sektierern
Nein, SM ist keine Veranlagung, jedenfalls nicht für die meisten, die SM anwenden. Je nachdem, wie man fragt und wer gefragt wird, ist Sex für 95 Prozent noch die Hauptsache, und SM nur ein zusätzliches Gewürz. Allerdings fanden 27 Prozent den SM-Sex als den befriedigenden Sex überhaupt. Hinzu kommt noch: Echter Masochismus/Sadismus ist in erster Linie eine psychische Störung, die auch gefährlich sein kann. Sie ist also keine Veranlagung, die man gesellschaftlich akzeptieren muss – und deshalb anders zu bewerten als die Homosexualität. Wir groß der Anteil „echter“ Masochisten/Sadisten an der SM-Community ist, ist nicht bekannt – es dürfte sich aber um einen recht kleinen Anteil handeln. Sexuelle masochistisch/sadistische Neigungen haben bereits im Jahr 1969, also noch einer Epoche bürgerlicher sexueller Prüderie, 12,5 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer, wobei sogar die Hälfte der Bevölkerung Bisse als erregend ansah. (Zitiert nach Jan Langefeld).
… und niemals eine Veranlagung bei Rollenspielern
Im Rollenspiel treten keine Veranlagungen auf, sondern Neigungen, etwas zu spielen, das man aktuell nicht sein kann. Deshalb spielen Rollenspieler mit Begeisterung die eine oder andere Rolle – oder wechseln sogar zwischen den Rollen.
  • Neugierige -

    Meine Spanking Neigung empfinde ich (im Unterschied zu meiner Homosexualität) nicht als Veranlagung, sondern tatsächlich als sozialisiert.

    Wenn man z.B. in Rollenspielen etwas auslebt, das mit belastenden Erfahrungen in der Biographie zu tun hat, muss man dabei sehr vorsichtig sein, weil für mich dabei der Grat zwischen "dadurch etwas ins Positive ausgleichen" und "Traumata reinszenieren" sehr schmal ist.
    Man muss auch sehr gut in sich selbst hineinspüren und dementsprechend mit Selbstliebe handeln.

    • Robert -

      Wie gesagt, das sehe ich nicht so. Aber ich habe mich vor allem gegen die Definiton als Krankheit geäußert. Bei Rollenspielen kann man natürlich abgleiten. Vor allem, wenn man eigene Erlebnisse nachspielt. Da ist Vorsicht und ist ggf. Einhalt geboten. Ich würde einen solchen Weg wahrscheionlich ohne therapeutieche Hilfe gar nicht gehen und so etwas eher nicht spielen wollen. Ansonsten mag die Sozialisation die Ausprägung sewhr wohl das Rollenspiel beeinflussen. Der grundsätzliche Lustgewinn aus S/M/Spanking ist jedenfalls m.E. Veranlagung und nicht Schlechtes. Ich brauche und will deshalb nicht medizinischoder psychiatrisch behandelt werden.

  • Robert -

    S/M/Spanking ist für mich keinesfalls krank, sondern eine Neigung/Veranlagung. In diese Ecke bekommen sie mich nicht! Woher sollte es sonst kommen? Sozialisation etwa? Dafür sind die Biografien viel zu unterschiedlich, so wie die Ausprägungen! Für mich, wie für viele ist das eine sexuelle Spielart, die gesund und in Ordnung ist, wenn die Regeln (ssc) beachtet werden. Natürlich gibt es, wie bei anderen sexuellen Spielarten auch, krankhafte Abhängigkeiten. Dies gibt es aber auch etwa bei Süchten.

    • Team -

      Den echten Sadismus gibt es natürlich schon. Und auch der echte Masochismus ist als Störung nicht zu verharmlosen.

    • Robert -

      Was wäre denn 'echter' S/M im Gegensatz zum Unechten?

    • Team -

      Willst du Fliegen die Flügel ausreissn, Tiere quälen,Menschen echtes Leid zufügen indem du dann auf gehst? .... Sexuell wirklich knechten und missbrauchen? Das alles und noch mehr machen echte Sadisten. Die gibt es nach wie vor. Und das ist ein (schlecht tberapierbares) Krankheitsbild. Auch wenn wir uns so manches Vorbild daraus erschaffen.

      Eine weiteres Bild der Störung ergibt sich aus dem Nichtannehmen können einer Sexualpräferenz. .. oder wenn ein Leidens-Sucht-druck entsteht. Das alles gibt es eben