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Von Hausmädchen,

Einen Prolog zur „Gewalt“ für alle, die schon jetzt kreischen und zetern: Was „Gewalt“ ist, steht in der Verfassung – und es bedeutet nicht das, was vermutlich gerade in Ihrem Gehirn herumgeistert. Und eine „Penetration“ ist ein Akt, indem jemand die vollständige Gewalt über seinen Körper bewusst aufgibt, um sie jemand anderem zuzubilligen. Die Natur hat es bei vielen Säugetieren (und anderen Spezies) so eingerichtet, dass eine Penetration nötig ist, um Spermien zu den Eizellen zu transportieren, und daher rührt die „Überlassung der Gewalt“ während des Geschlechtsakts.

Nun zum Mythos: Der sagt, dass Männer diese Gewalt lieben, ja, dass sie darauf erpicht sind, sie zu anzuwenden. Eigentlich müsste man hier das Wort "Zwang" verwenden: behauptet wird, dass eine große Anzahl von Männern Frauen zum Sex „zwingen“ würden. Wäre es so - es wäre fatal, und das Gesetz sagt dazu klipp und klar, dass solche Handlungen Verbrechen sind. Doch fragt sich auch, ob es wirklich „so ist“, wie heute gelegentlich behauptet wird.

Ich will Ihnen zwei Teile dieser Medaille zeigen: Der Erste ist fast etwas peinlich, aber er muss doch mal an die Öffentlichkeit. In einen Frauenkörper einzudringen, erfordert von jungen, unerfahrenen Mann tatsächlich Überwindung – und dabei fühlt er sich meist ziemlich befremdet. Er hat ja nicht einmal eine genaue Vorstellung, was ihn selbst erwartet – und er hat gar keine Idee davon, was die Frau dabei erwartet oder fühlt.

Das gilt zumal, wenn die Frau selbst nicht sehr erfahren ist und ihm dabei nicht ausdrücklich entgegenkommt. Das ist bei vielen Frauen so verankert, weil sie denken „der Mann muss doch wissen, was er tut“. Genau das weiß er eben oft nicht – er tut einfach, was er davon weiß oder vermutet.

Soweit also der erweiterte Begriff von „Gewalt“: Ohne Mühe und Anstrengung geht’s meist nicht. Die zweite Seite beruht auf der Tatsache, dass nur wenige junge Männer „auf schön“ in die Liebe eingeführt wurden – was meist bedeutet, dass sie nicht von einer erfahrenen Frau sinnlich verführt wurden. Woher sollen sie also bitte wissen, wie es anders gehen kann, als den Penis „irgendwie“ einzuführen?

Wir stellen also fest: Männer vermuten, dass sie „irgendwie“ in Frauen eindringen müssen und sie glauben, das wäre Sex und würde beide zur wirklich lustvollen Befriedigung führen.

Machen wir uns doch nichts vor: Solange „Sex haben“ für Männer immer mit „Eindringen“ verbunden ist und für Frauen immer mit „jemand wird in mich eindringen“, solange werden wir kaum wirklich lustvolle, erotische Beziehungen miteinander haben.

Gut, ich weiß, was Sie vielleicht denken, wenn Sie an „Gewalt“ im Zusammenhang mit Männern denken: Sie meinen sexuelle Brutalität, die gegen den Willen der Frauen ausgeübt wird, sie sie physisch oder emotional. Und um es klar zu sagen: Diese Art von Gewalt gehört nicht zu den Mythen – sie ist ein Akt der Unmenschlichkeit oder gar der Zerstörung, die durch nichts zu rechtfertigen ist.

Zu den Mythen gehört allerdings, dass alle Männer brutal sind, vor nichts zurückschrecken und ihre Ziele mit körperlicher Gewalt, Disziplinierung oder mit psychischer Einschüchterung erreichen wollen. Das ist wirklich albern und nicht einmal ein Mythos, sondern ein bewusst dummes Geschwätz.
  • Stef -

    "Einen Prolog zur „Gewalt“ für alle, die schon jetzt kreischen und zetern: Was „Gewalt“ ist, steht in der Verfassung – und es bedeutet nicht das, was vermutlich gerade in Ihrem Gehirn herumgeistert. Und eine „Penetration“ ist ein Akt, indem jemand die vollständige Gewalt über seinen Körper bewusst aufgibt, um sie jemand anderem zuzubilligen. Die Natur hat es bei vielen Säugetieren (und anderen Spezies) so eingerichtet, dass eine Penetration nötig ist, um Spermien zu den Eizellen zu transportieren, und daher rührt die „Überlassung der Gewalt“ während des Geschlechtsakts."

    Das ist eine Berachtungsweise als würde ich die Schönheit der Liebe auf chemische Reaktionen reduzieren. Und für die Penetration muss niemand die Gewalt über seinen Körper, damit seine Selbstbestimmung aufgeben, sondern das Eindringen bewusst zulassen ja es soll sogar vorgekommen seinn, dass darum gefleht wurde, dass er es tut, und es ist auch schon zu Problemen gekommen wenn er es nicht konnte - der Gedanke an Gewalt aufgeben kommt ist mir an dieser Stelle von sehr weit hergeholt.

    "Nun zum Mythos: Der sagt, dass Männer diese Gewalt lieben, ja, dass sie darauf erpicht sind, sie zu anzuwenden. Eigentlich müsste man hier das Wort "Zwang" verwenden: behauptet wird, dass eine große Anzahl von Männern Frauen zum Sex „zwingen“ würden. Wäre es so - es wäre fatal, und das Gesetz sagt dazu klipp und klar, dass solche Handlungen Verbrechen sind. Doch fragt sich auch, ob es wirklich „so ist“, wie heute gelegentlich behauptet wird."

    Es gibt Idioten und kranke Menschen, Männer, die Gewalt und deren Anwendung lieben, Frauen als Menschen zweiter Klasse ansehen, die ihnen zu Willen zu sein haben.
    Es gibt Männer die Frauen auf Händen tragen, sie in Watte packen und mit Samthandschuhen anfassen.
    Und es gibt Männer, die Frauen schlagen, ihnen Schmerz zufügen und sie dominieren, und sich dabei als deren Diener fühlen, weil sie wissen dass die Partnerin das nicht als Gewalt empfindet sondern als Zuwendung,weil die Partnerin gleichzeitig Demut fühlen, aber auch Achtung, Respekt und Wertschätzung spüren darf.

    "Ich will Ihnen zwei Teile dieser Medaille zeigen: Der Erste ist fast etwas peinlich, aber er muss doch mal an die Öffentlichkeit. In einen Frauenkörper einzudringen, erfordert von jungen, unerfahrenen Mann tatsächlich Überwindung – und dabei fühlt er sich meist ziemlich befremdet. Er hat ja nicht einmal eine genaue Vorstellung, was ihn selbst erwartet – und er hat gar keine Idee davon, was die Frau dabei erwartet oder fühlt.
    Das gilt zumal, wenn die Frau selbst nicht sehr erfahren ist und ihm dabei nicht ausdrücklich entgegenkommt. Das ist bei vielen Frauen so verankert, weil sie denken „der Mann muss doch wissen, was er tut“. Genau das weiß er eben oft nicht – er tut einfach, was er davon weiß oder vermutet."

    Gern würde ich mich freuen, an dieser Stelle Kommentare meiner Geschlechtsgenossen zu lesen. Hat es euch "Überwindung" gekostet? Oder hat die Aufregung des Ersten Males dominiert, die Angst vor dem Versagen, es nicht gut zu machen?

    Soweit also der erweiterte Begriff von „Gewalt“: Ohne Mühe und Anstrengung geht’s meist nicht. Die zweite Seite beruht auf der Tatsache, dass nur wenige junge Männer „auf schön“ in die Liebe eingeführt wurden – was meist bedeutet, dass sie nicht von einer erfahrenen Frau sinnlich verführt wurden. Woher sollen sie also bitte wissen, wie es anders gehen kann, als den Penis „irgendwie“ einzuführen?

    Ist es wichtig in alles eingeführt und eingewiesen zu werden, in das was man(n) tut? In einem anderen Beitrag rät das zitierte Blatt dass junge Männer Erfahrungen bei reifen Frauen sammeln sollen.... ist es nicht spannend und schön, vorbehaltlos die Welt und auch die Vielfalt des Sexuallebens zu erkunden?
    Wenn sich zwei für ihr erstes Mal verabreden, ihre Körper und deren Reaktionen erforschen, bei dem Partner Rezeptoren finden, deren Stimulation dem selbst unbekannt waren?

    "Wir stellen also fest: Männer vermuten, dass sie „irgendwie“ in Frauen eindringen müssen und sie glauben, das wäre Sex und würde beide zur wirklich lustvollen Befriedigung führen."

    Wenn das stimmt bin ich kein Mann.

    "Machen wir uns doch nichts vor: Solange „Sex haben“ für Männer immer mit „Eindringen“ verbunden ist und für Frauen immer mit „jemand wird in mich eindringen“, solange werden wir kaum wirklich lustvolle, erotische Beziehungen miteinander haben."

    Zum Glück ist das in der Regel nicht so.

    "Gut, ich weiß, was Sie vielleicht denken, wenn Sie an „Gewalt“ im Zusammenhang mit Männern denken: Sie meinen sexuelle Brutalität, die gegen den Willen der Frauen ausgeübt wird, sie sie physisch oder emotional. Und um es klar zu sagen: Diese Art von Gewalt gehört nicht zu den Mythen – sie ist ein Akt der Unmenschlichkeit oder gar der Zerstörung, die durch nichts zu rechtfertigen ist.
    Zu den Mythen gehört allerdings, dass alle Männer brutal sind, vor nichts zurückschrecken und ihre Ziele mit körperlicher Gewalt, Disziplinierung oder mit psychischer Einschüchterung erreichen wollen. Das ist wirklich albern und nicht einmal ein Mythos, sondern ein bewusst dummes Geschwätz."

    Der Schlussatz stimmt mich immer wieder versöhnlich, aber es handelt sich ja auch nur um Mythen.

    • Yolandi -

      Der Sexakt ist keine Form von Gewalt? Wie kommst du darauf ?

    • Stef -

      Wo habe ich das geschrieben? Ich sehe es genauso, wie du es beschreibst, habe ich etwas anderes behauptet?

    • Yolandi -

      habe ich so verstanden. Meine persönliche Wahrnehmung ist eben dass in jedem ein Stück bdsm ruht durch viele Urinstinkte.

    • Neugierige -

      habe ich so verstanden. Meine persönliche Wahrnehmung ist eben dass in jedem ein Stück bdsm ruht durch viele Urinstinkte.

      Das empfinde ich auch ähnlich.
      Wobei ich glaube, dass auch in jeder Frau aggressive Anteile stecken...nur neigen Frauen meiner Erfahrung nach eher dazu, diese Anteile zu unterdrücken.

    • Neugierige -

      Und dazu noch ein Zitat einer bekannten Persönlichkeit, das auch ein bisschen zur Thematik passt:

      "Ich glaube nicht, dass Männer von Natur aus aggressiv sind. Was sie aggressiv werden lässt, ist Macht, zu viel Macht. Diese Macht korrumpiert, nicht das Geschlecht. "
      (ist natürlich eher im allgemeinen Kontext gemeint, aber auch auf die Sexualität anwendbar)