Kann Dominanz mit Führung verglichen werden ?

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    Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Neugierige.

    • Kann Dominanz mit Führung verglichen werden ?

      Ich war so frei, den Beitrag hierhin zu verschieben, weil er unter Keuschheit jetzt doch deplatziert war

      Neugierige schrieb:

      "Führung bedeutet nicht Herrschaft, sondern die Kunst, Menschen dazu zu bringen, dass sie für ein gemeinsames Ziel arbeiten."
      (Zitat aus einer Studienarbeit zum Thema "Führungskraft Lehrer - Klassen führen und Schüler motivieren)

      Das trifft es gut. Es handelt zwar von Führung in der Realität im Schulwesen, aber das Rollenspiel Lehrerin - Schülerin spiegelt ja Vieles aus der Realität wieder.

      Meine Gedanken zur Führung im Rollenspiel:
      Sie (die Lehrerin im Ageplayspiel) ist wie eine Mentorin zu ihrer Schülerin; sie schafft es, Diese zu motivieren, zu unterstützen, ihr Vertrauen zu gewinnen u.s.w., und erreicht dies mit der fairen Ausgewogenheit von Belohnungen und Strafen, und Respekt gegenüber ihrer Schutzbefohlenen.
      Die Schülerin vertraut ihr vollkommen, achtet und respektiert ihre Lehrerin.
      Die Führung der Professorin ist aber keine autoritäre Führung (wo eine Person allein entscheidet), sondern die Schülerin wird in einige (nicht alle) Entscheidungen miteinbezogen (welche Strafe sie selbst vorschlagen würde und als angemessen für bestimmtes situatives "Fehlverhalten" erachtet - denn daran merkt die führende Lehrerin, welche Gedanken sich das Mädel darüber macht und entscheidet dann anhand davon, wie sie weiter vorgeht).
      Also die Lehrerin macht einige Vorgaben, aber Diese müssen nicht rigoros beibehalten bleiben, und können bei Bedarf auch ein bisschen gemeinsam abgeändert werden.
      Die Schülerin spürt zu Beginn noch nicht in allen Zielsetzungen (was das Verhalten und schulisches Engagement und Leistungen betrifft) einen Sinn; dazu kommt es aber nach und nach, als sie bemerkt, dass ihrer Lehrerin sie ihretwegen (der Schülerin wegen) zu Optimierungen bringen will; weil sie "das Beste" für das Mädel will; und sie nicht bestraft um sie zu demütigen, sondern um sie anzuspornen, über sich hinauszuwachsen; die Züchtigung ist ein verantwortungsvolles "sich kümmern" um ihre Schutzbefohlene, die Lehrerin weiß genau, womit sie gerade etwas erreicht.


      Dies ist also eine nicht autoritäre Führung.
      In der natürlich die Lehrerin und Schülerin nicht gleichgestellt sind, aber es ist nicht so ein Machtgefälle wie bei einer autoritären Führung vorhanden; der Schülerin werden auch Selbständigkeit und Freiheiten gegeben.

      Dominanz wiederum sehe ich als autoritäre Führung an, bei der eine Person entscheidet und die andere keine Mitspracherecht hat, sondern gehorchen möchte.
      Wo ein deutliches Machtgefälle vorherrscht.
      Hier sind wir wieder an einem Punkt wo es weder richtig noch falsch gibt sondern individuelles Empfinden, Fühlen und Befindlichkeiten verschiedene Blickwinkel aufzeigen. Gern verweise ich an dieser Stelle auf einen älteren Beitrag, der genau dieses „andere Verständnis" beschreibt, übrigens von dir mit einem like versehen.

      www.erziehungsspiel.de

      Meine Gedanken zur Dominanz in welch gemeinsamen Spiel auch immer:
      Er (der Dom) hat bereits ihr Vertrauen erworben, sonst hätte sie ihn nicht zu dem ihren gemacht. Er hat es erworben, indem er ihr mit Respekt, Achtung, Wertschätzung und Achtsamkeit gegenübertritt. Sie ist nicht seine Schutzbefohlene, sondern Partnerin, gegenüber der er nicht in erster Linie an Lohn und Strafe denkt, sondern daran ihr Geschenk der freiwilligen Hingabe entgegenzunehmen, ein Geschenk welches sie nur ihm macht, geschuldet der von ihr gefühlten Dominanz in Verbindung mit dem Vertrauen.
      Die Sub vertraut ihm vollkommen, achtet, respektiert ihren Dom.
      In der Interaktion von Dom und Sub gibt es Regeln, die gemeinsam vereinbart wurden, oder als Selbstverständlichkeit gewachsen sind, Grenzen die im Laufe der Zeit verschoben werden können und Tabus deren Einhaltung Gesetz ist.
      Die Lehrerin will durch Strafe etwas erreichen, der Dom will etwas geben. Die Schülerin muss in die Schule um etwas zu lernen, Sub und Dom wollen sich gegenseitig ein Geschenk machen. Wo ist mehr Freiheit und Eigenverantwortung? (Ok, im reinen Ageplay kannst du auch aufstehen und gehen)
      Er fügt ihr keine Schmerzen zu, um die Leiden zu lassen, sondern weil er weiß dass er ihr die Möglichkeit gibt stolz zu sein, diese Schmerzen von ihm zu erhalten, sie durch ihn und für ihn ertragen zu dürfen. (Fühlst du das in deinem Spiel nicht genauso?)
      Die Lehrerin führt also nicht autoritär aber mit Rohrstock? Wie gesagt, kein richtig oder falsch sondern dein Blickwinkel.
      Dominanz im neigungsspezifischen Kontext ist in meinen Augen keine autoritäre Führung, ja es ist gar keine Führung sondern eine Charaktereigenschaft, die dort und nur bei dem oder von der erkannt wird, der dafür empfänglich ist, und das Verlangen weckt sich dieser FREIWILLIG unterzuordnen, und dazu brauch es zunächst weder Drohungen noch Strafen.
      „Dominanz wiederum sehe ich als autoritäre Führung an, bei der eine Person entscheidet und die andere keine Mitspracherecht hat, sondern gehorchen möchte." Das einzig richtige und wichtige an dem Satz ist für mich persönlich das „möchte", das ist der Knackpunkt. Wenn sie nicht mehr möchte steht sie auf und geht, und kein Dom der Welt wird sie dafür bestrafen.
      Wenn sich das die Schülerin erlauben würde ?(
    • Gut, dass du meinen Beitrag hierher verschoben hast.

      Wirklich eine sehr interessante Fragestellung bzw. Thematik.


      Mentor schrieb:

      Hier sind wir wieder an einem Punkt wo es weder richtig noch falsch gibt sondern individuelles Empfinden, Fühlen und Befindlichkeiten verschiedene Blickwinkel aufzeigen. Gern verweise ich an dieser Stelle auf einen älteren Beitrag, der genau dieses „andere Verständnis" beschreibt, übrigens von dir mit einem like versehen.
      So ist es.

      Auch ich habe mich gestern mit Literatur zu den Themen "Führung" und "Dominanz" (im Alltag wie auch im BDSM und Ageplay)beschäftigt.

      Anhand unserer Gedanken zur Thematik (mich würden auch die Gedanken Anderer dazu sehr interessieren) wird deutlich, dass es sowohl Unterschiede als auch gar nicht so wenig Ähnlichkeiten zwischen "Jemanden Führen" und "Jemanden Dominieren" gibt.


      Mentor schrieb:

      In der Interaktion von Dom und Sub gibt es Regeln, die gemeinsam vereinbart wurden, oder als Selbstverständlichkeit gewachsen sind, Grenzen die im Laufe der Zeit verschoben werden können und Tabus deren Einhaltung Gesetz ist.
      Fallen für dich "echte" Strafen im D/S (siehe auch anderer Thread) unter "Grenzen, die im Laufe der Zeit verschoben werden"?


      Mentor schrieb:

      Die Lehrerin will durch Strafe etwas erreichen, der Dom will etwas geben. Die Schülerin muss in die Schule um etwas zu lernen, Sub und Dom wollen sich gegenseitig ein Geschenk machen. Wo ist mehr Freiheit und Eigenverantwortung? (Ok, im reinen Ageplay kannst du auch aufstehen und gehen)
      Die Lehrerin will durch Strafe etwas erreichen, ja; aber genausostark will sie durch Belohnungen und Strafen etwas GEBEN; nämlich Zuwendung, Aufmerksamkeit, Betreuung, Unterstützung, Geborgenheit; für die Schülerin da sein, sich um sie kümmern,....
      Die Schülerin muss nicht in die Schule, sondern sie WILL in die Schule (im Ageplayspiel; nicht im Alltag - da sieht es anders aus... ^^ ); und nicht nur um zu Lernen, sondern auch, um die Aufmerksamkeit und Zuwendung ihrer Lehrerin genießen zu dürfen.
      In beiden Szenarien ist meiner Ansicht nach genau GLEICHVIEL Freiheit und Eigenverantwortung.
      Im Ageplayspiel wie im D/S Spiel kann ich jederzeit aufstehen und gehen, wenn ich es möchte.


      Mentor schrieb:

      Er fügt ihr keine Schmerzen zu, um die Leiden zu lassen, sondern weil er weiß dass er ihr die Möglichkeit gibt stolz zu sein, diese Schmerzen von ihm zu erhalten, sie durch ihn und für ihn ertragen zu dürfen. (Fühlst du das in deinem Spiel nicht genauso?)

      Stolz darüber, Schmerzen für sie zu ertragen, empfinde ich nicht wirklich.,
      Stolz und dankbar bin ich dafür (fiktiv; denn ich habe ja noch kein Ageplayspiel real gelebt), dass sie mir ihre Zuwendung, Aufmerksamkeit, Erziehung und Geborgenheit schenkt, was für sie ja zeitlich wie emotional beanspruchend ist.
      Weil ich spüre, wie wertvoll ich ihr bin und wieviel ich ihr bedeute.

      "Wenn sie mich ohrfeigt, spüre ich ihr Verantwortungsgefühl für mich. Wenn sie mich übers Knie legt und mich mit ihrer kräftigen und zugleich auch zärtlichen Hand schlägt, spüre ich ihre Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe. Und sogar wenn sie mich hart mit dem Gürtel züchtigt, oder heute sehr streng und hart mit der Rute schlägt und mir ordentliche Striemen damit macht, spüre ich, wie sehr sie mich liebt."
      (Habe die Gedanken einer Schülerin nach einer Züchtigung von ihrer Lehrerin aus einer von mir geschriebenen Ageplaygeschichte zitiert.)

      Mentor schrieb:

      Die Lehrerin führt also nicht autoritär aber mit Rohrstock? Wie gesagt, kein richtig oder falsch sondern dein Blickwinkel.
      Die Lehrerin führt nicht autoritär; denn sie versucht nicht allein ihre eigenen Ziele durchzusetzen, sondern die Ziele, die für ihre Schülerin gut und wichtig zu erreichen sind, wenn sie sozial und beruflich etwas erreichen möchte. Im Sinne von "Ich möchte das Beste für meine Schülerin".
      (Sie würde z.B. die Schülerin niemals für eine schlechte Note bestrafen, wenn sie merkt, wieviel Mühe sich das Mädel gegeben hat - aber sie bestraft sie für dieselbe Note, wenn die Schülerin sich nicht bemüht hat. Für die Lehrerin zählt nicht das Ergebnis allein, sondern der Einsatz ihrer Schülerin.)
      Autoritär ist im Schulwesen eine Führung, bei der LehrerIn über den Köpfen der SchülerInnen beurteilt, entscheidet und bestraft, ohne ihre persönlichen Hintergründe, Sorgen und Probleme zu berücksichtigen....nur mit dem Ziel, dass die Schülerinnen ihm/ihr gehorchen und er/sie Macht ausüben kann. Oder mit dem Ziel, "mit der Brechstange" gute Noten zu erreichen.
      Mit dem Rohrstock in meinem Spiel nicht. Rohrstock ist mir allgemein zu "heavy"; die Schmerzen und Wirkungen, die er bewirkt.
      Ich möchte ihn nicht erleben.
      Die Lehrerin führt mit Hand, Kochlöffel, Lineal, Gürtel, Riemen,...
      Vielleicht auch in äußersten Fällen mit Rute oder Gerte, aber nicht tagtäglich.

      Wie ich es mir wünsche, von "meiner Lehrerin" geführt zu werden, ist ungefähr das, was man unter "demokratischem Führungsstil" (in Erziehung, Schule sowie Betrieben) versteht.


      Mentor schrieb:

      Dominanz im neigungsspezifischen Kontext ist in meinen Augen keine autoritäre Führung, ja es ist gar keine Führung sondern eine Charaktereigenschaft, die dort und nur bei dem oder von der erkannt wird, der dafür empfänglich ist, und das Verlangen weckt sich dieser FREIWILLIG unterzuordnen, und dazu brauch es zunächst weder Drohungen noch Strafen.
      „Dominanz wiederum sehe ich als autoritäre Führung an, bei der eine Person entscheidet und die andere keine Mitspracherecht hat, sondern gehorchen möchte." Das einzig richtige und wichtige an dem Satz ist für mich persönlich das „möchte", das ist der Knackpunkt. Wenn sie nicht mehr möchte steht sie auf und geht, und kein Dom der Welt wird sie dafür bestrafen.
      Wenn sich das die Schülerin erlauben würde

      Ja; wahrscheinlich ist Dominanz gar keine Führung.
      Wobei ich schon Statements zu dem Thema von "Doms" gelesen habe, die ihr "Dominieren" ihres/r PartnerIn als "Führung" bzw. "Führen" empfinden.

      "Sub" hat Mitspracherecht bei der Art der Strafen von "Dom"?

      "Sub" möchte nicht gehorchen?
      Ist es nicht "gehorchen" und "dienen", was ein(e) devote(r) "Sub" möchte?

      "Wenn sie nicht möchte, steht sie auf und geht..."
      Und genau das kann die Schülerin auch tun, wenn sie es möchte. ^^
      „So gib mir auch die Zeiten wieder,
      da ich noch selbst im Werden war,
      da sich ein Quell gedrängter Lieder
      ununterbrochen neu gebar,
      da Nebel mir die Welt verhüllten,
      die Knospe Wunder noch versprach,
      da ich die tausend Blumen brach,
      die aller Täler reichlich füllten!
      Ich hatte nichts und doch genug:
      Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
      Gib ungebändigt jene Triebe,
      das tiefe schmerzenvolle Glück,
      des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
      gib meine Jugend mir zurück!“

      (aus Goethes "Faust")
    • Ron schrieb:

      Führung braucht da schon mehr Zeit. Das kann Wochen oder Monate dauern, bis sich die Beiden "verstehen".
      Ein sehr schöner und treffender Satz.

      Genauso empfinde ich es auch.
      Führung braucht Zeit....damit Vertrauen wachsen kann.....damit die Beziehung der Beiden wachsen kann.

      Und nicht nur Zeit, sondern auch viel Einfühlungsvermögen und Feingefühl.
      „So gib mir auch die Zeiten wieder,
      da ich noch selbst im Werden war,
      da sich ein Quell gedrängter Lieder
      ununterbrochen neu gebar,
      da Nebel mir die Welt verhüllten,
      die Knospe Wunder noch versprach,
      da ich die tausend Blumen brach,
      die aller Täler reichlich füllten!
      Ich hatte nichts und doch genug:
      Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
      Gib ungebändigt jene Triebe,
      das tiefe schmerzenvolle Glück,
      des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
      gib meine Jugend mir zurück!“

      (aus Goethes "Faust")
    • Du sagst, du bist nicht devot, sehnst dich aber danach, von einer „älteren Dame" geführt, also dominiert zu werden. Du möchtest dich nicht selbst aufgeben, aber geführt werden.

      Von diesen Sätzen Mentors ausgehend kamen wir im Thema "Keuschheit" auf die Unterschiede zwischen Dominanz und Führung.

      Und ich finde eben, dass Führung wenig mit Dominanz zu tun hat.
      „So gib mir auch die Zeiten wieder,
      da ich noch selbst im Werden war,
      da sich ein Quell gedrängter Lieder
      ununterbrochen neu gebar,
      da Nebel mir die Welt verhüllten,
      die Knospe Wunder noch versprach,
      da ich die tausend Blumen brach,
      die aller Täler reichlich füllten!
      Ich hatte nichts und doch genug:
      Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
      Gib ungebändigt jene Triebe,
      das tiefe schmerzenvolle Glück,
      des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
      gib meine Jugend mir zurück!“

      (aus Goethes "Faust")
    • Dominanz und Führung kann durchaus auf beide Partner aufgeteilt sein.
      So kann der aktive Partner dominant sein und der Passive die Führung inne haben. Wenn ich mir die Beiträge in den Foren (nicht nur hier auf Erziehungsspiel) so ansehe, erscheint mir das sogar die häufigste Variante zu sein. Die Passive gibt den Rahmen vor. Dem Aktiven bleibt die Wahl der Mittel (allerdings auch nicht immer und jedes) und versucht die Passive zum Ziel zu bringen. Die Passive führt nonverbal (manchmal auch mit Worten) den Aktiven durchs Spiel.
      Wenn der aktive Partner sowohl die Führung inne hat als auch dominant ist, wird er es erstens sehr schwer haben eine Partnerin zu finden und zweitens muss er sich im Vorfeld sehr genau darüber informieren, was die Partnerin will. Meiner Meinung kann eine solche Konstellation nur funktionieren, wenn die Passive selbst keinen Führungsanspruch stellt und nur sehr selten versucht das Spiel zu beeinflussen.
      Es kann aber auch der aktive Partner die Führungsposition haben und der Passive dominant sein. So ein Spiel kann durchaus reizvoll sein. Die Führungsperson muss natürlich davon absehen, den passiven Partner "brechen" zu wollen. Immerhin ist es ein Spiel und das Ziel ist die Freude daran - und das für beide Partner. Es ist eine Herausforderung den passiven Partner seinen Spaß an dessen Dominanz zu lassen und das Spiel zu führen.
      Zu guter Letzt kann der passive Partner sowohl dominant sein als auch den Führungsanspruch stellen. Das ist dann das klassische "Toppen from Bottom".
      Mir persönlich gefällt die Konstellation, wonach beide Partner switch sind und sich in der Führung abwechseln, am Besten. Voraussetzung ist für mich allerdings, dass die Partnerin, so wie ich, nicht dominant ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ron ()

    • Etwas unübersichtlich wird es, wenn man noch einen Terminus hinzu zieht. Neben Dominanz und Führung hat auch der Begriff Leitung seine Berechtigung.
      Wenn mehrere Personen an einem Spiel teilnehmen das wiederum in mehrere Einzelgruppen aufgeteilt ist, dann hat jemand voraussichtlich die Leitung über. Diese Person muss weder dominant sein, noch einen Führungsanspruch stellen. Er muss nicht einmal am Spiel teilnehmen.
      Aber auch bei zwei Personen wird oft einer der beiden die Leitung inne haben. Diese Person bestimmt den Ort, das Datum, die Instrumente, die Dekoration, das Essen, die Getränke. Naturgemäß wird diese Person entweder dominant oder eine Führungsperson - oder beides - sein, muss aber nicht.
    • Ron schrieb:

      Dominanz und Führung kann durchaus auf beide Partner aufgeteilt sein.
      So kann der aktive Partner dominant sein und der Passive die Führung inne haben. Wenn ich mir die Beiträge in den Foren (nicht nur hier auf Erziehungsspiel) so ansehe, erscheint mir das sogar die häufigste Variante zu sein. Die Passive gibt den Rahmen vor. Dem Aktiven bleibt die Wahl der Mittel (allerdings auch nicht immer und jedes) und versucht die Passive zum Ziel zu bringen. Die Passive führt nonverbal (manchmal auch mit Worten) den Aktiven durchs Spiel.
      Wenn der aktive Partner sowohl die Führung inne hat als auch dominant ist, wird er es erstens sehr schwer haben eine Partnerin zu finden und zweitens muss er sich im Vorfeld sehr genau darüber informieren, was die Partnerin will. Meiner Meinung kann eine solche Konstellation nur funktionieren, wenn die Passive selbst keinen Führungsanspruch stellt und nur sehr selten versucht das Spiel zu beeinflussen.
      Es kann aber auch der aktive Partner die Führungsposition haben und der Passive dominant sein. So ein Spiel kann durchaus reizvoll sein. Die Führungsperson muss natürlich davon absehen, den passiven Partner "brechen" zu wollen. Immerhin ist es ein Spiel und das Ziel ist die Freude daran - und das für beide Partner. Es ist eine Herausforderung den passiven Partner seinen Spaß an dessen Dominanz zu lassen und das Spiel zu führen.
      Zu guter Letzt kann der passive Partner sowohl dominant sein als auch den Führungsanspruch stellen. Das ist dann das klassische "Toppen from Bottom".
      Mir persönlich gefällt die Konstellation, wonach beide Partner switch sind und sich in der Führung abwechseln, am Besten. Voraussetzung ist für mich allerdings, dass die Partnerin, so wie ich, nicht dominant ist.
      Verstehst du unter "Führung" das Bestimmen der äußeren Richtlinien für das Spiel?

      Ich versteh unter "Führung", dass sie (in meinem Spiel die "Lehrerin") mich "führt", so wie eine Mutter oder Lehrerin im realen Leben eine Tochter oder Schülerin "führen" kann.
      Weißt du, was ich meine?
      „So gib mir auch die Zeiten wieder,
      da ich noch selbst im Werden war,
      da sich ein Quell gedrängter Lieder
      ununterbrochen neu gebar,
      da Nebel mir die Welt verhüllten,
      die Knospe Wunder noch versprach,
      da ich die tausend Blumen brach,
      die aller Täler reichlich füllten!
      Ich hatte nichts und doch genug:
      Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
      Gib ungebändigt jene Triebe,
      das tiefe schmerzenvolle Glück,
      des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
      gib meine Jugend mir zurück!“

      (aus Goethes "Faust")
    • Die äußeren Richtlinien für das Spiel legt derjenige fest, der die Leitung über das Spiel hat.
      Ich bin beim darüber Nachdenken auf drei Eigenschaften gekommen: Dominanz, Führung, Leitung.
      Jeder Partner/Teilnehmer kann, muss aber nicht, über eine, zwei oder alle drei Eigenschaften verfügen.
      Unter Führung verstehe ich wahrscheinlich schon das Gleiche wie du. Jemand hat hohe moralische oder ethische Grundsätze und versucht diese, mittels Züchtigung, an den Zögling zu vermitteln.
      Diese Grundsätze kann man auch an sich selbst stellen und sich einer Züchtigung unterwerfen. Einerseits kann man sich selbst bestrafen oder von einem Partner bestrafen lassen. Wenn man sich von einem Partner bestrafen lässt, dann wird man versuchen, die Züchtigung zu lenken, bis man das Gefühl hat, das Strafmaß sei voll. Da Erlangen der Genugtuung keine feste Größe ist, wird man um eine Kommunikation nicht umhin kommen. Der Aktive kann zwar, wenn er über genügend Erfahrung und Menschenkenntnis verfügt, erahnen, wann es genug ist. Denn genauen Zeitpunkt kennt selbst der Passive im Voraus nicht. Erst wenn das Strafmaß voll ist, fühlt sich der Passive erleichtert. Diese Erleichterung erkennt wiederum der Aktive und handelt entsprechend. Die Führung hat in diesem Beispiel für mich der Passive.
      Wenn der aktive Partner die selben Ansprüche stellt und die Züchtigung entsprechend durchführt, dann kann man zwar das Gefühl haben, der Aktive hätte die Führung inne, für mich haben in diesem Fall aber Beide die Führung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ron ()

    • Ron schrieb:

      Unter Führung verstehe ich wahrscheinlich schon das Gleiche wie du. Jemand hat hohe moralische oder ethische Grundsätze und versucht diese, mittels Züchtigung, an den Zögling zu vermitteln.
      Wie meinst du das?

      Mir geht's beim Thema "Führung" mehr um andere Punkte:
      sich liebevoll kümmern, Halt geben....eine natürliche Autorität sein (aber nicht autoritär).

      Um Grundsätze geht's mir dabei eigentlich eher weniger; auch nicht um Genugtuung.

      Bei einer Züchtigung geht's mir nicht um Genugtuung, Buße oder Reue; sondern um Zuwendung, Aufmerksamkeit, Nähe und Geborgenheit.
      „So gib mir auch die Zeiten wieder,
      da ich noch selbst im Werden war,
      da sich ein Quell gedrängter Lieder
      ununterbrochen neu gebar,
      da Nebel mir die Welt verhüllten,
      die Knospe Wunder noch versprach,
      da ich die tausend Blumen brach,
      die aller Täler reichlich füllten!
      Ich hatte nichts und doch genug:
      Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
      Gib ungebändigt jene Triebe,
      das tiefe schmerzenvolle Glück,
      des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
      gib meine Jugend mir zurück!“

      (aus Goethes "Faust")