Ist das real oder kann das weg

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Timo.

    • Ist das real oder kann das weg

      Ist das real oder kann das weg?
      Gestern beim „Unterrichtsausfall" ging es mir durch den Kopf, wie sehr wir uns von der Virtualität vereinnahmen lassen.
      Ich kam nach Hause, und wollte nach den News schauen, zu dem Ein oder Anderen was mir schon am Morgen interessant erschien etwas schreiben, mich einfach auf diesen virtuellen Planeten beamen. Plötzlich war der Weg versperrt, und ich hatte Zeit.
      Zeit meine Wohnung zu saugen, zu joggen, mit meiner Schwester zu telefonieren, Zeit in der Realität zu bleiben, und Zeit ein déjà vue zu erlebt.
      Da war doch mal was, vor einigen Jahren.
      An anderem Platz aber auf dem gleichen virtuellen Planeten habe ich mich verloren, ihm die Macht über mein Denken, Fühlen und Handeln gegeben. Meine Fühlen, Denken und Handeln wurde mehr von Nicks und Avataren, von virtuellen Freunden oder Gegnern bestimmt als von jenen dreidimensionalen Menschen, die an meinem Tisch saßen, mit mir arbeiteten, oder mit mir Sport machten, zu dem ich mich immer weniger motivieren konnte.
      Ich hatte berufliche und private Probleme, vor denen ich in die Virtualität geflüchtet bin, eine Welt, die den Vorteil hat, per Knopfdruck ausgeschaltet werden zu können, ein Vorteil, den wir aber leider nicht zu nutzen gelernt haben, im Gegenteil...
      Sie, diese Welt wird uns zur Sucht, wir wollen lesen was dieser oder jene zu unseren Beiträgen oder Kommentaren schreibt, wer uns applaudiert oder kritisiert. Wir schaffen virtuelle Verbündete mit denen wir koalieren und Feindbilder gegen die wir kämpfen statt uns unseren realen Herausforderungen zu stellen.
      Es ist ein gefährlicher Weg, ähnlich dem, seine Sorgen im Alkohol zu ertränken, denn die wirklichen Probleme werden nicht kleiner, wir schieben sie vor uns her und irgendwann erschlagen sie uns auf brutale Art und Weise.
      Ich habe seitdem, zum Teil schmerzlich, viel dazugelernt, aber lasse mich auch heute noch gelegentlich vereinnahmen von meinen früheren Strukturen. In der Regel habe ich aber gelernt, mich nicht beeinflussen zu lassen vom dem was ein Hugo83 eine HeisseBiene oder ein DuWeisstSchonWer auf meine Beiträge und Themen schreibt. Ich bevorzuge das reale Kennenlernen, denn mit Menschen, denen ich in die Augen geschaut habe kann ich inzwischen besser umgehen, ihnen sagen was mich stört, mir von Ihnen den Spiegel vorhalten lassen ohne es als anmaßend zu betrachten und ihnen auch Fehler schneller verzeihen, sie als Menschen zu respektieren und als solche zu akzeptieren. Mein virtueller und realer Planet verschmelzen in einem Universum, meine zwei Leben werden zu einer Ganzheit.
      Ich habe auch gelernt, mit meinem Verhalten Menschen geschadet zu haben, die in diesen Foren oder Communities das suchen, was sie sein sollen, eine Bereicherung oder Ergänzung ihres REALEN Lebens. Ich bin Ihnen zur Last gefallen mit Problemen die NUR der VIRTUALITÄT geschuldet waren, habe sie, ihre Gedankenwelt vereinnahmt mit Belanglosigkeiten mir Ihre Aufmerksamkeit erschlichen ohne auf ihre Befindlichkeiten und Ansprüche Rücksicht genommen zu haben.
      Eigentlich gehören diese Gedankensplitter in meinem Blog, auf der anderen Seite, liegt mir das Thema am zu sehr Herzen, um es im Blog zu verstecken, denn mich würde interessieren ob du liebe Leserin oder lieber Leser schon ähnliche Gefühle oder Gedanken hattest , Dich in dem Beschriebenen wieder findest, oder vielleicht dich und dein Handeln dadurch selbst hinterfragst.
      Leben beginnt wo das Internet aufhört.
    • dann hatte der "Unterrichtsausfall" ja was gutes :D .

      In meiner Forenzeit habe ich schon viel erlebt; mit mir selbst, mit anderen, andere mit mir; und versucht daraus zu lernen. Ein Patentrezept habe ich aber auch nicht gefunden. :) ... ausser hin und wieder zu überdenken wo man gerade steht und ob man dort überhaupt hin wollte.

      Internet sollte Spass machen, es ist Freizeit. Das Vorhaben mein Glas immer halb voll zu halten (mindestens) geht nicht immer auf. Ich weiss auch nicht ob das ganze schwieriger oder leichter ist je mehr realen Bezug das ganze hat. Bin gespannt ob noch andere ihre Erfahrungen hier teilen.
      Menschen die glauben alles über Dich zu wissen haben den Vorteil dass Du ihnen nichts mehr erzählen brauchst. :)
    • Yolandi schrieb:

      dann hatte der "Unterrichtsausfall" ja was gutes :D .

      In meiner Forenzeit habe ich schon viel erlebt; mit mir selbst, mit anderen, andere mit mir; und versucht daraus zu lernen. Ein Patentrezept habe ich aber auch nicht gefunden. :) ... ausser hin und wieder zu überdenken wo man gerade steht und ob man dort überhaupt hin wollte.

      Internet sollte Spass machen, es ist Freizeit. Das Vorhaben mein Glas immer halb voll zu halten (mindestens) geht nicht immer auf. Ich weiss auch nicht ob das ganze schwieriger oder leichter ist je mehr realen Bezug das ganze hat. Bin gespannt ob noch andere ihre Erfahrungen hier teilen.
      Ich denke dass ich einiges daraus gelernt habe. Trotzdem tappt man immer wieder in die Falle, sich mehr vereinnahmen zu lassen als es guttut. Ich denke, noch schwieriger wird es wenn man (Mit-)Betreiberin so einer Seite ist. Das Überdenken... wo stehe ich? warum? will ich hier hin? ist sicher ein guter Ansatz.
      Mir hilft der reale Bezug, Menschen hinter den virtuellen Nicks und Avataren zu erkennen, denen kann ich leichter Fehler verzeihen, bin nachsichtiger, kann auch ihre Nachrichten und Beiträge besser verstehen, weil ich in ihre Augen schauen und mich oft darin wiedererkennen, zumindest Ähnlichkeiten ausmachen konnte.
      Und ich würde mich auch freuen andere Erfahrungen zu lesen.
    • Schwierige Sache...
      ich versuche natürlich auch hauptsächlich in meinem „realen“ Leben zu leben. Wenn ich die Menschen hinter den nicks kenne, dann gehören diese allerdings auch irgendwie zu meinem realen Leben und nicht mehr nur in mein virtuelles, auch wenn die Kommunikation aufgrund der Entfernung hauptsächlich virtuell stattfindet.
      Manchmal vereinnahmt dieses virtuellen Leben mich ziemlich stark. Manchmal lasse ich das nicht zu und manchmal, wenn die „nur realen Freunde“ zu weit weg sind, dann lasse ich es gerne zu. Dies hat, zumindest mir, sehr gut über eine eher einsame Zeit geholfen.
      Und wenn man Glück hat werden die virtuellen Freunde auch zu realen Freunden. Dann würde ich behaupten die Verknüpfung zwischen real und virtuell ist perfekt gelungen.
    • danke für den Kommentar, der meine Empfindungen widerspiegelt.
      Ich schätze es sehr, die Menschlichkeit hinter Nicks und Avataren zu erfahren, und damit der virtuellen Sterilität etwas Leben zu geben, gern die Menschen, wie du sagst, in das reale Leben einzubinden.
      Selbst wenn sich die Kommunikation danach wieder virtuell weitergestaltet, ist sie doch eine andere als zwischen zwei Bildern in der Community. Es hat etwas menschlicheres.
      Die Virtualität hat sicher auch Vorteile, man kann sich in ihrer Anonymität öffnen ohne zu entblößen, und sich per Knopfdruck davon befreien.
      Es besteht allerdings auch die Gefahr, wegen Beiträgen, Namen oder Avataren (positive oder negative) Gedanken zu entwickeln, die man dem Menschen gegenüber nicht hätte, und diese Virtualität zum bestimmenden Universum werden zu lassen.
    • Ich habe aus persönlicher Erfahrung leider einige nicht so schöne Dinge erleben müssen, da ich von Natur sehr gutgläubig und ein wenig Naiv war.
      Das hat mich teilweise hart getroffen und ich habe dann in der Realität erfahren wer zu mir steht und wer nur ein Blender war.
      Ich bin dadurch ein wenig skeptisch anderen gegenüber geworden, was schade ist.
      Früher habe ich mehr aus dem Bauch reagiert und heute schaltet sich der Kopf ein.
      Aber ich habe gelernt beides miteinander im Maßen zu sehen und deshalb habe ich auch wieder bei meiner Veranlagung