Rohrstock - auf die Hände oder den Hintern?

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    Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Robert.

    • oldtapir schrieb:

      Allerdings war auffallend, dass es bestimmte Mitschüler(-innen) besonders häufig traf. Ich konnte damals nicht beurteilen, ob die nun besonders faul waren und es verdient hatten, oder ob das dem Lehrer besonderen Spass bereitete.
      Dem Ausleben von Sadismus war früher für Lehrer Tür und Tor geöffnet.
      Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte....
      "SIE kommandieren Uniformen; ICH versuche, Mädchen zu erziehen."
      (aus dem Film "Mädchen in Uniform, 1958)
    • Na ja, ich begeb' mich meiner meiner offenen und direkt gerade heraus gerichteten Meinung ja gern 'mal auf dünnes / glattes Eis. ;)
      So auch jetzt einfach 'mal, indem ich ehrlich und bestimmt 'raus haue, dass ich der Meinung bin, dass das heute wieder eingeführt werden müsste mit den Rohrstock-Hieben auf den Hintern vor der kompletten Klasse für schlechtes Verhalten!

      Ich meine, seht euch doch die Jugend heutzutage nur 'mal an. Ich meine, klar machen die Eltern als Vorbild verdammt viel aus. Und wenn die schon (gewollt) arbeitslos sind, den ganzen Tag saufen, sich mit verschiedensten Sachen zudröhnen etc., was will man dann von den Kindern erwarten?

      Aber trotzdem; die Jugend von heute hat doch keinerlei Anstand, Moral oder Disziplin mehr. Selbst bzw. gerade auch die Blagen aus reichen Elternhäusern. Was die sich z.T. 'rausnehmen oder meinen, wer sie sind, geht mir echt auf die nicht vorhandenen Eier! Aber ja auch sonst. :cursing:

      Immer mehr Jugendliche, die andere Jugendliche, Erwachsene oder gar Rentner angreifen und verprügeln, jedes Wochenende deutschlandweit mindwstens 10 Alkohol-Vergiftungen im Krankenhaus (wohl gemerkt bei Unter-18-Jährigen!), immer jüngere Mütter (der Rekord in Deutschland liegt glaub' ich inzwischen bei gerade 'mal 10 Jahren!), Lehrer (!), die Angst haben, zur Schule zu gehen, weil sie da vlt. abgestochen werden könnten, immer mehr Schulabgänger, die aus Perspektivlosigkeit keinen Job bekommen / suchen und sich mit Hartz IV auf die faule Haut legen, u.s.w. u.s.f.

      Ich persönlich bin einfach der Meinung, dass man viele dieser Probleme nicht "nur" mit sozialen Projekten, Aktionen der Jobcenter, Aufsichten des Jugendamts etc. angehen sollte, sondern auch mit einer Umstrukturierung der Schulordnung und des Unterrichts.

      Was meint ihr, wie sich die Schüler umgucken würden, wenn sie z.B. ein Messer mit in die Schule bringen, durchsucht werden, es gefunden wird und sie dann vor versammelter Klasse nach Strich und Faden den Hosenboden versohlt bekommen? Nur 'mal so als Beispiel. Ich glaube, das würden die genau zwei Mal machen und dann nie wieder. :D
      Ebenso, wie z.B. freche Antworten zu geben, im Unterricht Musik zu hören, zu rauchen, die Tische voll zu schmieren, Kleinere zu bedrohen etc. pp.

      Immerhin, man bedenke:
      Früher war diese Praxis in der Schule Gang und Gäbe. Wie ihr ja auch bereits selbst aus eigenen Erfahrungen jerichtet habt.
      Und jetzt frage ich euch ganz ehrlich und direkt: Hat es euch, auf längere Sicht gesehen, 'was geschadet?
      Wohl eher nicht, oder? Ihr seid zu anständigen, hilfsbereiten Menschen mit Moral, Anstand, Disziplin, Respekt und gutem Benehmen geworden, oder? So, wie unzählige Andere auch. ;)
      Solche Sachen, wie schwanger werden mit 12, Alkohol-Absturz mit 14, die Lehrer bedrohren, mit 16 ein Auto klauen und damit irgendwelche Rennen in der Innenstadt veranstalten etc. gab's damals früher einfach nicht - oder nur verdammt selten. Und zwar mit gutem Grund!

      Ich hab' ja bereits mit vielen älteren Menschen gesprochen, einfach weil ich es total liebe, ihren Geschichten von früher zuzuhören. Und da war dieses Thema auch so gut wie jedes Mal dabei. Und ich hab' bisher nicht einen dieser Menschen sagen hören, dass er / sie seinen Eltern am Ende böse gewesen wäre. Im Gegenteil; die meisten haben sogar gesagt, sie wären dankbar dafür.

      Wenn man so will, läuft die ganze Sache mit der Jugend, die heutzutage immer mehr zu degenerieren scheint (zumindest leider zum größten Teil) meiner persönlichen Meinung nach ohnehin erst aus dem Ruder, seit es diese unsägliche Wischi Waschi-Nix Halbes und nix Ganzes-"antiauthoritäre Erziehung" gibt. Ich frah' mich sowieso, wer sich das ausgedacht hat! :cursing:

      Das muss man sich 'mal vorstellen: Da darf man seinem Kind selbst dann nicht einmal mehr einen einfachen Klaps auf den Po geben, wenn es richtig schlimme Sachen angestellt hat, weil man sonst von gerade eben diesem sogar angezeigt werden kann! Nein, statt dessen ist vorgeschrieben, dass man seinem Kind irgendwas wegnimmt oder ihm so lange eine Frikadelle an's Ohr babbelt, bis es sich irgendwann im Zimmer einschließt, sich nur noch "Fick dich" denkt, es links 'rein und rechts wieder 'raus geht, oder man dann sogar von seinem eigenen Kind angegriffen und verprügelt oder bedroht wird!

      Das soll mir 'mal einer erklären, wie dieses Prinzip mehr Erfolg haben soll, als die alten Methoden, die sich seit mehreren Jahrzehnten bereits ausreichend bewährt hatten. Ist wahrscheinlich 'mal wieder die Un-Logik der heutigen Politiker unter Einfluss von Gras oder Geld... dash

      Und ich hab' dabei ja auch nie gesagt, dass ein Kind oder Jugendlicher bei den kleinsten Kinkerlitzchen mit dem Rohrstock bearbeitet werden soll. Gott bewahre! ;)
      Nein, man muss schon trotz allem im Rahmen bleiben und immer gucken, was das Kind oder der Jugendliche angestellt hat, ob man das Problem mit Reden lösen kann (da ist ja auch jedes Kind / keder Jugendliche komplett verschieden), oder ob eine Strafe fällig wird. Und dann muss man eben gucken, welche Strafe für das Problem angemessen, nicht zu lasch, aber auch nicht zu übertrieben ist, und es dem Kind / Jugendlichen erklären, damit es / er einen versteht und weiß, dass man es aus Liebe macht.

      Und genauso sollte es auch in der Schule sein. Natürlich sollen Schüler nicht für jeden kleinsten Pipifax vor die Klasse zitiert und ihnen der Hosenboden mit dem Rohrstock gestriemt werden. Da muss man, ebenso wie zu Hause, die Verhältnismäßigkeit sehen. Aber bei schlimmeren Sachen finde ich es für absolut mehr als angebracht!
      Auch wenn ich ganz klar dazu sage, dass Menschen, die Lehrer werden wollen und damit dann auch das Recht hätten, auf diese Art und Weise zu strafen, sich vorher mindestens ein Mal einem Wesenstest zu unterziehen hätten, bei dem auszuschließen wäre, dass es sich bei ihnen um Sadisten handelt, um sie überhaupt zuzulassen! Immerhin sollen die Schüler ja, in Hemeindchaft mit den Eltern, erzogen und nicht mushandelt und für ihr Leben gezeichnet werden! Solche Lehrer-Anwärter gehören dann sofort aussortiert und für diesen Berufszweig offiziell gesperrt! Davon gibt es immerhin auch heute schon / noch genug. :cursing:

      Und das, so wie ich es nun hier alles aufgeschrieben habe, ist so meine ganz persönliche Auffassung und Meinung zu diesem Thema, die ich vertrete und zu der ich auch ganz klar, offen und ohne schlechtes Gewissen stehe.
    • 8| du hast aber klare Vorstellung über wie das mit dem Rohrstock noch heute anzuwenden wäre. So ganz nehm ich dir aber nicht ab dass du das Ernst meinst. .. meine Meinung darüber ... na muss ich ja nicht an jeder Ecke des Forums hinterlassen. :augen zu:

      Bin neulich Mal über einen Artikel gestossen:

      5000 Jahre Kritik an Jugendlichen schrieb:


      • „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“ (Keller, 1989, ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer).

      • „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)

      • „Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ (Watzlawick, 1992, ca. 1000 v. Chr., Babylonische Tontafel).

      • „Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter steht wider die Mutter, die Schwiegertochter wider die Schwiegermutter“ (Micha 7, Altes Testament um 725 v. Chr.)

      • „Nicht ist der Vater dem Kind, das Kind dem Vater gewogen – Nicht ist der Bruder lieb, wie er doch früher gewesen; bald versagen sie selbst den greisen Eltern die Ehrfurcht“ (Hesoid, vor 700 v. Chr.)

      • „Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer“ (Sokrates, 470-399 v.Chr.)

      • „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Sokrates, 470-399 v.Chr.)

      • „[…] die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat“ (Platon, 427-347 v. Chr.)

      • „Was nun zunächst die jungen Leute angeht, so sind sie heftig in ihrem Begehren und geneigt, das ins Werk zu setzen, wonach ihr Begehren steht. Von den leiblichen Begierden sind es vorzugsweise die des Liebesgenusses, denen sie nachgehen, und in diesem Punkt sind sie alle ohne Selbstbeherrschung. […] zornmütig und leidenschaftlich aufwallend in ihrem Zorne. Auch sind sie nicht imstande, ihren Zorn zu bemeistern, denn aus Ehrgeiz ertragen sie es nicht, sich geringschätzig behandelt zu sehen, sondern sie empören sich, sobald sie sich beleidigt glauben. Auch hoffnungsreich sind sie, denn das Feuer, das dem Zecher der Wein gibt, haben die Jünglinge von der Natur […] sie tun alles eben zu sehr, sie lieben zu sehr und hassen zu sehr, und ebenso in allen anderen Empfindungen. Wenn ich die junge Generation anschaue, verzweifle ich an der Zukunft der Zivilisation“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)

      • „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)

      • „[…] bartlosen Jüngling, für Mahnworte harthörig, großspurig im Geldausgeben, hoch hinausstrebend, rasch im Begehren“ (Horaz, um 30 v. Chr.)

      • „[…] auf ihrem Höhepunkt kennt die Jugend nur die Verschwendung, ist leidenschaftlich dem Tanze ergeben und bedarf somit wirklich eines Zügels. Wer nicht dieses Alter nachdrücklich unter seiner Aufsicht hält, gibt unmerklich der Torheit die beste Gelegenheit zu bösen Streichen […] Unmäßigkeit im Essen, sich vergreifen am Geld des Vaters, Würfelspiel, Schmausereien, Saufgelage, Liebeshändel mit jungen Mädchen, Schändung verheirateter Frauen“ Als Gegenmaßnahme wird empfohlen „Hoffnung auf Ehre und Furcht vor Strafe […]. Diejenigen aber, die gegen alle tadelnden Vorstellungen taub sind, muß man durch das Joch der Ehe zu fesseln versuchen“ (Plutarch, ca. 45-125 n.Chr.)

      • „[…] daß man die Flammen der jugendlichen Leidenschaft nur mit Hilfe der klösterlichen Aufsicht und einer strengen Disziplin besiegen könne“ (Gregor von Tours, um 580 n. Chr.)

      • „[…] wenn der Knabe ins Jünglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem Bösen zuneigt, den Zügel der Zucht nötig“ (Vincent von Beauvais, 1250)

      • „Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung“ (Mönch Peter, 1274)

      • „Der grenzenlose Mutwille der Jugend ist ein Zeichen, daß der Weltuntergang nah bevorsteht“ (nach Melanchton, um 1530)

      • „Das Sittenverderben unserer heutigen Jugend ist so groß, dass ich es unmöglich länger bei derselben aushalten kann. Ja, oft geschieht es, dass die nicht in Schranken gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt“ (ein Schulmeister 18. Jh.)

      • „Immer wieder wird die Wirksamkeit der Volksschule bei dem zunehmenden Sittenverfall diskutiert oder die immer lauter werdenden Klagen über die zunehmende Rohheit und Verwilderung unserer Jugend, besonders der erwachsenen Dorfjugend, erörtert“ (Allgemeine Schulzeitung, Darmstadt 1826)

      • „Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen […] mehr und mehr verschwinde“ (Regierungsbericht, 1852)

      • „[…] knapp 50 % aller Lehrlinge zeigen mangelhafte oder stark defizitäre Leistungen in der Mathematik“ (DIHK, 1965)

      • Zusätzlich bemängeln unsere Gesellschaft und die Wirtschaft eine allgemeine Abnahme von Wert- und Moralvorstellungen, sowie fehlende soziale und personale Kompetenzen (vgl. DIHK, 2010)

      • „Fehlende Disziplin, mangelnde Leistungsbereitschaft, geringe Belastbarkeit – die Azubis machen unseren Unternehmen Sorgen“ (DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann 2011)

      • „Auszubildende – faul, ohne Disziplin, kein Interesse. Jedes zweite Unternehmen klagt über mangelnde Disziplin und Belastbarkeit sowie fehlende Leistungsbereitschaft und Motivation. Jedes dritte bemängelt die Umgangsformen der Bewerber.“ (Die Welt, 21.8.2014 Zitat zur neuen DIHK Umfrage „Ausbildungsfähigkeit“)
      Quelle: www.bildungswissenschaftler.de
      Die Jugend wurde wohl schon vor 5000 Jahren bis zum jetzigen Tag als schlimm empfunden. .. und hat sicher schon einiges an Erziehungsgeschichte durchlaufen.

      Vor längerem
      hatten wir mal eine spannende Diskussion
      Was bedeutet Zucht und Ordnung. Solche oder ähnliche Diskussionen findest du an mehreren Ecken hier. Die Frage ob es persönlich geschadet hat ... Vielleicht verrät es Mal ein Betroffener . ..
      Die Absicht, niemals zu täuschen, bringt uns in Gefahr, oft getäuscht zu werden.
    • der_Wolf schrieb:

      Würde ich kurz so zusammenfassen:
      Helikopter-Eltern sind die Pest und sollen zum Teufel gehen. Antiautoritäre Eziehung ist Schwachsinn und kann nicht allgemeingültig funktionieren, nur in Ausnahmen.
      Ohne Regeln und Sanktionen geht es nicht, aber Prügelstrafe ist ein Schmarrn, der nichts wirklich verbessert.
      Dem würde ich mich anschließen.
      Meine Eltern haben eindeutig zu wenig auf Regeln und Sanktionen gesetzt, die Eltern eines Freundes dafür zuviel (inklusive Schlägen). Am Ende scheint es für einen Außenstehenden weder ihm noch mir geschadet zu haben, wenn man aber genauer hinsieht hatten wir beide mit den Nachwirkungen zu kämpfen.... Extreme in die eine oder andere Richtung sind selten die Lösung, es kommt darauf an die richtige Balance zu finden. Schläge sind aber nie eine Lösung, nicht von den Eltern und schon gar nicht in der Schule.



      Das muss man sich 'mal vorstellen: Da darf man seinem Kind selbst dann
      nicht einmal mehr einen einfachen Klaps auf den Po geben, wenn es
      richtig schlimme Sachen angestellt hat, weil man sonst von gerade eben
      diesem sogar angezeigt werden kann! Nein, statt dessen ist
      vorgeschrieben, dass man seinem Kind irgendwas wegnimmt oder ihm so
      lange eine Frikadelle an's Ohr babbelt, bis es sich irgendwann im Zimmer
      einschließt, sich nur noch "Fick dich" denkt, es links 'rein und rechts
      wieder 'raus geht, oder man dann sogar von seinem eigenen Kind
      angegriffen und verprügelt oder bedroht wird!


      Das soll mir 'mal einer erklären, wie dieses Prinzip mehr Erfolg haben
      soll, als die alten Methoden, die sich seit mehreren Jahrzehnten bereits
      ausreichend bewährt hatten. Ist wahrscheinlich 'mal wieder die Un-Logik
      der heutigen Politiker unter Einfluss von Gras oder Geld...
      Warum Gewalt gerade gegen diejenigen, die sich am wenigsten dagegen wehren können und für deren Wohl man verantwortlich ist plötzlich in Ordnung sein soll werde ich nie verstehen. Weil es jahrzentelang "gut" funktioniert hat? Sklaverei und Diskrimienierungen von Frauen, Schwulen oder anderen Gruppen hat sich sogar jahrtausendlange bewährt!
      Wenn es in Ordnung ist die eigenen Kinder zu schlagen, warum darf ich dann auch nicht die eigene Partnerin/Partner, oder zumindest die senile Oma, die geistig auf dem Niveau eines Kindes ist schlagen?
      Und wenn wir an dem Punkt sind, an dem das Kind einen angreift oder verprügelt brauche ich professionelle Hilfe und keinen Rohrstock ... aber klar wenn ich das Kind vorher mehr geschlagen hätte, hätte es bestimmt gelernt, dass es falsch ist Gewalt anzuwenden um seinen Willen durchzusetzen.
      Ich entschuldige mich für meinen Tonfall, aber ich habe diese Diskussion schon zu oft geführt, und es regt michh einfach auf.
      Daher zum Abschluss nur noch einen Ausschnitt aus Astrid Lindgren Rede als ihr der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde und in der sie es wie ich finde sehr gut zusammenfasst:

      Astrid Lindgren schrieb:

      Verhaltensnormen brauchen wir alle, Kinder und Erwachsene, und durch das Beispiel ihrer Eltern lernen die Kinder mehr als durch irgendwelche anderen Methoden. Ganz gewiss sollen Kinder Achtung vor ihren Eltern haben, aber ganz gewiss sollen auch Eltern Achtung vor ihren Kindern haben, und niemals dürfen sie ihre natürliche Überlegenheit missbrauchen. Liebevolle Achtung voreinander, das möchte man allen Eltern und allen Kindern wünschen. Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben".
      Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen."
      Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, "Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein."
      Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: "NIEMALS GEWALT!"
    • Oki, ich sehe, dass wir uns weitgehend einig sind, was die Prügelstrafe angeht. Ich bin selbst von einem solchen Missbrauch betroffen und kenne auch einige Menschen, die darunter gelitten haben.

      Ich schließe mich den Ausführungen vom @Wolf an.

      Und hier EIN Beispiel, zu einer Diskussion hier im Forum zu dem Thema:
      die Lust zu strafen?


      Als Pädagoge kann ich nur sagen, niemand, der ernst zu nehmen ist in der Wissenschaft ist ein Befürworter der Prügelstrafe.
      Sehr zielführend, für Laien geeignet, gut zu lesen zum Gewalt und schwarzer Pädagogik ist einmal:
      Alice Miller: Am Anfang war Erziehung
      u.a. die Geschichte von Christiane F., Adolf Hitler und Jürgen Bartsch

      Zum anderen der Film:
      Das weiße Band

      Hier wird die Brutalität der schwarzen Pädagogik und ihre Wirkung auf die Gesellschaft gezeigt. Der folgende 1. Weltkrieg ist in seiner Brutalität auch eine Folge dieser 'Erziehung'. Ein sehr sehenswerter Film, der keineswegs langweilig ist. Hat viele Preise abgeräumt.
      Well, I was born to have adventure..... (Zappa)
    • Na ja, Jungs, wenn ihr lest, dann müsst ihr das schon genau und voll umfänglich machen. ;)

      Ich habe in meinem Beitrag zwar geschrieben, dass ich eine Befürworterin bin - allerdings habe ich auch geschrieben, dass sich jedes Kind von allen anderen unterscheidet.
      Ergo bedeutet das, dass das eine Kind evtl. in vollem Bewusstsein provoziert, Sachen klaut, sich prügelt oder sonstwas und einfach auf alle Regeln "scheißt" und demnach mehr bzw. strengere Erziehung braucht, als ein anderes Kind, das 'mal Mist baut, dem man es am Anfang noch im Guten erklärt (womit man in jedem Fall IMMER beginnen sollte; das hab'ich nie bestritten), und das es dann versteht und auch nicht nochmal macht.

      Ich habe damit nie gesagt, dass ich dafür bin, Kinder für jede Kleinigkeit halb grün und blau zu prügeln (jetzt 'mal bewusst übertrieben gesagt). Und eindeutige Misshandlungen von Kindern durch übertriebene Prügel verurteile ich selbst auf's Schärfste und würde da auch selbst jederzeit einschreiten, würde ich sowas mitbekommen!
      Mn muss eben den für sein eigenes, einzigartiges Kind perfekten Weg zwischen dem Erklären von Dingen mit Geduld und Gutmütigkeit und dem strengen aber tdm. liebevollen Erziehen mithilfe gelegentlicher "Hiebe hinten drauf" finden (wenn nichts anderes mehr hilft).

      Und dass ich es befürworte, dass die "Prügelstrafe" (ich persönlich finde den Namen aber auch dchon relativ krass, da es nicht um Prügel, sondern um Strafen mit Hieben IN MAßEN gehen soll) in den Schulen wieder eingeführt wird (es muss ja auch nicht unbedingt zwangsläufig der Rohrstock sein), liegt einfach daran, dass ich leider Gottes schon oft genug mitbekommen habe, was sich die Lehrer heutzutage inzwischen alles gefallen lassen müssen. Und das finde ich absolut armselig und verurteilungswürdig.
      Ist doch genau das Gleiche, wie bei den Poliei-Beamten heutzutage... Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

      Wobei mam auch bedenken muss, dass Theorie und Praxis natürlich auch wieder zwei ganz verschiedene Par Schuhe sind. ;)
      Tatsächlich würde ich wahrscheinlich meinem Kind (sobald ich denn eins habe) wirklich nur bei schlimmen, sich wiederholenden Sachen oder Fehl-Verhalten ein paar mit der flachen Hand hinten drauf geben. Wenig zum wirklich Weh Tun, als mehr zum Erschrecken, praktisch als Denk-Anstoß.
      Ich "durfte" ja am eigenen Leib entsprechende (traumatische?) Erfahrungen in meiner frühen Kindheit machen, weshalb ich wahrscheinlich ohnehin einiges an Überwindung bräuchte, mein Kind in der Praxis tatsächlich anzurühren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Anyarah ()