Ich bin Switch und das ist gut so....

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    Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Robert.

    • Ich bin Switch und das ist gut so....

      Ich bin Switch, und das ist gut so.
      Weil ich dadurch die Chancen und Möglichkeiten habe, Gefühle und Eindrückte zu erleben, deren Vielfalt mir verwehrt bliebe, wenn ich nur eine Seite der Medaille leben würde.
      Passiv....
      Die Macht des Passiven, das Recht zu sagen, DIR schenke ich mich, gebe dir meinen Körper hin, lasse mich von dir schlagen. züchtigen,...die Möglichkeit in dieser Rolle völlig abzuschalten, gestern und morgen auszublenden, das Hier und Jetzt zu erleben.
      Die Erregung davor, erst Tage, dann Stunden zählen bis es soweit ist, bis ich mich hingebe, die Hose runterlasse und meinen Hintern darbiete um Schmerz zu fühlen, zu erleben, zu genießen ?
      Nein, es ist kein Genuß währenddessen, der Genuß, die Erregung ist davor, danach.
      Währenddessen ist es eine Kopfsache. Es ist schon und tut gut den Körper statt der Seele ti spüren, die Züchtigung zu erleben, zu erfahren. Ich mag und brauch es hart und schmerzhaft. Es ist kein Genuß aber es tut gut. Nur wer es richtig kann bringt mich zum Schreien, Zappeln, ... ich mag es zu wissen wieviele ich noch bekomme.
      Die letzten zwölf... der Kampf... ich provoziere indem ich regungslos stillhalte, meinen Hintern darbiete und Schlag um Schlag reaktionslos entgegen nehme, reaktionslos provoziere, wortlos um mehr Härte bettle, mich dem Schmerz entgegenstemme und nach dem zwölften Hieb meinen kleinen Sieg feiere.
      Ich mag es noch Tage die Striemen als kostbares Kleinod zu tragen, damit die Sauna zu besuchen und sie nur jenen als Zeichen des Erlebten zu offenbaren, die sich damit auskennen und sie zu deuten wissen.
      Aktiv...
      Aktiv bin ich machtlos ausgeliefert. Sie gibt mir das Recht, die Macht, ES zu tun, zu schlagen, zu züchtigen, Schmerzen zu verursachen. Antrieb ist nicht die Macht sondern der Stolz, es sein zu dürfen, der sein zu dürfen dem sie es gewährt, den sie erwählt. Die Gewissheit in meinem verkorksten Leben irgendwas richtig gemacht zu haben, damit ich derjenige unter achtzig Millionen bin, dem sie es gestattet.
      Ich genieße diese Erlaubnis. Ergötze mich an dem dargebotenen Po, Ihrem Körper als Spielplatz meiner Triebe und meiner Lust. Ich genieße die erregende Wirkung von roten Striemen auf weißer Haut, und der erlaubten Möglichkeit ihren gestriemten Körper als Spielplatz meiner Erregung zu verstehen. Joy
      Aktiv erlebe ich eher den Höhepunkt in der intimen Zweisamkeit die mentale Freiheit aber erfahre ich in meiner Passivität.
      Gern erfahre ich wie du zu deiner Neigung stehst.
    • Ja, @Chris ich als Switsch sehe das ziemlich genau so, wie du! Du hast es schön und sehr prosaisch beschriben.

      Switsch zu sein bedeutet, genau zu wissen, was die jeweils andere Seite fühlt. So sind haben wir wohl hierin die meiste Expertise. Nicht nur reden, sondern machen. Was du gibst, nimmst du auch.

      Du beschreibst richtig, dass es manchmal leichter ist, passiv zu sein. Ich behaupte, der Passive steuert die Aktion. Auch das Einlassen auf den Aktiven empfinde ich so.

      Als Aktiver schaue ich genau wie du auf die Reaktion. Es reizt mich sehr, die Hingabe der Passiven zu erleben und zu genießen. An Grenzen führen und nicht zu überschreiten und der Bestimmer zu sein....

      Für mich entsteht beim Spanking eine Innigkeit, ein Vertrauen, eine Hingabe und Intensität der Nähe zwischen Menschen, die sonst für mich in der Tiefe nicht zum erreichen ist. So wunderbar meist..... :* Übrigens, intime Zweisamkeit kann ich aktiv wie passiv erleben.

      Was den passiv empfundenen Schmerz angeht, ist bei mir einmal die Tagesform mit entscheidend. Ich mag es auch wohl eher intensiv, auch was Zeitdauer angeht. Oft ist es so, dass dann irgendwann der Zeitpunkt kommt, wenn ich schon schwitze und intensiver atmen muss, an dem ich die Hingabe auch genießen kann. Bis zu dem Punkt, wo ich ganz offen, schwach und ausgeliefert bin, mich fallen lassen kann ohne wenn und aber und dann aufgefangen werde. Eine psychishe Katharsis. Liebe! Dazu ist viel Vertrauen notwendig. Dann aber ist es wunderschön.
      :winken:
      Well, I was born to have adventure..... (Zappa)
    • Chris schrieb:

      Ich bin Switch und das ist gut so ..
      ... Gern erfahre ich wie du zu deiner Neigung stehst
      Im Grossen und Ganzen schliesse ich mich Deinen und Roberts Gefühlswelten an.

      In der Praxis folgt meiner Aussage "ich bin Switch" allerdings nicht ein stilles "und das ist gut so". :saint:

      Das liegt wohl daran dass nur ein kleiner Teil in mir aktive Gelüste hat; das Passive wird immer überwiegen.

      Mit dem Begriff "Switch" sehen Menschen etwas in mir dass ich gar nicht bin. .. und das Überlagert dann auf die Dauer das was ich eigentlich möchte .

      Aber im Grunde geniesse ich beide Seiten. Nur eben in der für mich richtigen Dosis. :winken:
      Die Absicht, niemals zu täuschen, bringt uns in Gefahr, oft getäuscht zu werden.
    • Robert schrieb:

      Als Aktiver schaue ich genau wie du auf die Reaktion. Es reizt mich sehr, die Hingabe der Passiven zu erleben und zu genießen. An Grenzen führen und nicht zu überschreiten und der Bestimmer zu sein....

      Für mich entsteht beim Spanking eine Innigkeit, ein Vertrauen, eine Hingabe und Intensität der Nähe zwischen Menschen, die sonst für mich in der Tiefe nicht zum erreichen ist. So wunderbar meist..... Übrigens, intime Zweisamkeit kann ich aktiv wie passiv erleben.
      Ja @Robert, genau das ist es - für mich mit einer Einschränkung: ausschließlich aktiv. Meine Sub dabei beobachten, wie sie es genießt - unbeschreiblich schön.
    • @Yolandi du bist, wie du bist. Das ist in Ordnung und das ist dann auch gut so! Egal wie deine 'Anteile' verteilt sind. :winken: Das 'gut so' bezieht sich auf die persönliche Verfasstheit.
      Ist es bei dir so, dass es unterschiedliche zeitliche Phasen gibt, oder sind die 'Anteile' immer gleich? Bei mir ist es wohl so, dass es längerfristig konstant ist. Wobei mir @Undine <3 meinen doch größeren, wenn auch nicht überwiegenden, passiven Teil nachdrücklich deutlich gemacht hat.

      Wobei ich im sonstigen Leben wohl eher ziemlich dominant bin. Bei mir ist es mom. tatsächlich 50/50. Ich kann tatsächlich 'switsdchen' und bin dann auch ganz in der Rolle.

      @Dom915 tja, schön, dass wir alle unterschiedlich sind. Und das ist ja auch..... :victory:

      Off Topic ... und weil ich es gerade höre, es für mich passt und bei meinen 20.000 Musiktiteln gerade bei F bin, ein Stück von ELP, als R. noch 16/17 war und die LP Trilogy die erste auf seinem neuen Tonband war..... Ein Kraftspender damals für mich. Fugue/Emerson, Lake&Palmer/Trilogy 1972 :Passt:
      Well, I was born to have adventure..... (Zappa)
    • Ich bin auch switch, d.h. ich genieße Spanking sowohl aktiv als auch passiv.
      Ein "switchen" im unmittelbaren Wortsinn, also ein Umschalten innerhalb der selben Session wäre allerdings nicht meine Sache. Jemanden zu versohlen und mich dann hinterher von der selben Person versohlen zu lassen - nein, das wäre nix für mich. Wenn die selbe Person - was im Prinzip schon möglich wäre wenn "die Chemie" passt - dann in verschiedenen Sessions.

      Aber grade beim Begriff "switch" sieht man auch mal wie verschieden die Sichtweisen sind: ich habe schon mit Menschen Kontakt gehabt die hatten große bis unüberwindliche Probleme damit zu wissen dass derjenige der sie versohlt es auch ab und zu selber kriegt.
      Es gab aber auch schon Fälle wo Leute die rein passiv sind sagen dass sie es gut finden wenn der Aktive selber auch ab und zu Schläge kriegt; einfach weil er dann aus eigenem Erleben weiß wie sich das anfühlt.
    • @sigi50 Jeder Mensch mit seinen Anlagen ist immer indiiduell. 'Wat dem einen sien Uhl, ist dem anderen sien Nachtigall' Und das ist ...... :winken:

      In der selben Session könnte ich auch nicht switschen. Dann könte ich mich gar nicht in meine Rolle fallen lassen und darin aufgehen, sie auskosten. Da sollte schon eine Pause, meist wohl mind. ein Tag dazwischen liegen.

      Mit derselben Person zu switschen ist grundsätzlich für mich kein Problem. Ich sehe außerhalb der Session immer die Person. Auch die von mir gezüchtigte Person hat meinen Respekt und meine Hochachtung. Vielleicht ist sie in der Realität sogar eher dominant, so wie ich? Man vergibt sich also nichts. Im Gegenteil finde ich so etwa souverän.

      Jeder lebe so, wie er will. Wenn jemand auf 24/7 D/s steht, dann gäbe es wohl meist Rollenkonflikte. Da wäre ein Switschen wohl nicht möglich bei vielen. Für mich ist das aber 24/7 keine Option und auch nicht anzustreben, da ich in der realen Welt solche Machtgefälle nicht wünsche und nicht leben will. Da gilt Gleichberechtigung auf Augenhöhe. Ein D/s-Spiel über mehrere Tage könnte ich mir aber wohl vorstellen/würde ich mal ausprobieren.

      Off Topic: @Dom915 oh, der Dual war in den 70igern aktuell. Da gab es die Fa. Dual noch real. Ein guter Plattenspieler. Mein damaliger Schwager der I. hatte so einen. Bedienungsanleitung Dual 731 Q
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    • Soweit ich mich erinnern kann, war der passive Teil von mir zuerst da (oder mir zumindest zuerst bewusst), während die Vorstellung auch selber jemanden zu versohlen erst später dazu kam. Auch heute noch ist der passive Aspekt bei mir stärker ausgeprägt.

      Ich hatte lange Zeit Probleme damit meine Neigung zu akzeptieren, aber der aktive Aspekt erschien mir dabei immer noch "schlimmer" als der passive. Jemanden schlagen zu wollen (auch wenn es einvernehmlich geschieht) schien mir einfach "falsch" zu sein. Insbesondere da es in meinen Fantasien immer wieder um Schläge als Mittel der Erziehung von Kindern ging. Ich lehne dies in der Realität komplett ab, und das ich mich in meinen aktiven Fantasien in der Rolle eines Vaters gesehen habe der seine Kinder auf diese Weise bestraft hat mir jahrelang starke Schuldgefühle beschert. Obwohl ich rational wusste, dass meine Fantasien oder auch entsprechende Rollenspiele unter einvernehmlichen Erwachsenen nichts mit realen Kindern zu tun haben, hat mir das sehr zugesetzt. Wenn meine Neigung sich auf das Passive beschränkt hätte, wäre es mir daher vermutlich leichter gefallen damit umzugehen.
      Mittlerweile habe ich aber zum Glück meine Neigung (sowohl den passiven als auch den aktiven Aspekt) als Teil von mir akzeptiert und bin jetzt sogar froh nicht auf einen der beiden Aspekte "festgelegt" zu sein.

      Meine realen Erfahrungen mit Spanking sind allerdings noch relativ gering und beschränken sich auf meine passive Seite, sodass ich wenig zu der "praktischen" Aspekten sagen kann. Rein vom Gefühl her kann ich mir ein Switchen in einer Session aber nicht vorstellen, wohl aber Switchen mit der gleichen Person.

      Solange ich mich nur in meinem Kopf mit Spanking beschäftigt habe, wechselten sich passive und aktive Fantasien ab. Nachdem ich jetzt reale passive Erfahrungen gemacht habe (und auf diese auch nicht mehr verzichten möchte ;) ), steigt das Bedürfnis auch den anderen Teil auszuleben - mal schauen was die Zukunft bringt ...

      [offtopic]
      @Robert: Danke, dass du mich mal wieder dazu gebracht hast ELP zu hören :).
      [/offtopic]
    • sigi50 schrieb:




      Aber grade beim Begriff "switch" sieht man auch mal wie verschieden die Sichtweisen sind: ich habe schon mit Menschen Kontakt gehabt die hatten große bis unüberwindliche Probleme damit zu wissen dass derjenige der sie versohlt es auch ab und zu selber kriegt.

      Ich bin, besonders in klassischen SM Foren, häufig über ein ziemliches Misstrauen und Anzweifeln der „Echtheit“ gestoßen. (Reine Spanker sind in DER Hinsicht etwas toleranter. In anderen Punkten häufig nicht aber egal)
      In Profilen in der SZ oder auch SMC steht häufig „keine Switcher“.
      Früher hat mich das ziemlich geärgert, mittlerweile lache ich eigentlich nur noch drüber, lehne mich mich fett grinsend mit einer imaginären Zigarre im Sessel zurück, in dem Wissen , weder auf der aktiven noch passiven Seite irgendwas beweisen zu müssen. Beide sind ausreichend versorgt, also was solls.
      Aber es ist ein Fakt: Für viele sehr devot Veranlagte ist es ein unüberwindbarer Kopfkino-Killer, den/die Herr/in auf der passiven Seite zu sehen. Das ist dann auch irgendwo legitim und würde auch nicht mehr in mein „Beutschema“ passen, da ich mit tiefgehendem D/s sowieso nichts anfangen kann.
      „if you’re out to shoot, shoot don’t talk!“